Anteilseigner denken über Finanzspritze nach

Jahresgespräch: Passagierzahlen am FMO gehen zurück

Greven - Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) rechnet für das Jahr 2012 mit sinkenden Passagierzahlen. Sollte es nicht gelingen, die sechs in den vergangenen zwölf Monaten verlorenen Strecken durch Nachfolge-Airlines zu ersetzen, „müssen wir mit einem Rückgang der Fluggast-Zahlen von 15 Prozent rechnen“, sagte FMO-Geschäftsführer Gerd Stöwer am Freitag beim Jahresgespräch.

Im vergangenen Jahr nutzten 1,32 Millionen Fluggäste den Airport in Greven. Das ist ein leichtes Minus von 0,7 Prozent im Vergleich zu 2010. Der bundesweite Zuwachs von rund fünf Prozent konzentriert sich nach Angaben der FMO-Geschäftsführung auf die großen Flughäfen.


Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe sprach in seiner Funktion als FMO-Aufsichtsratsvorsitzender von einer „Durststrecke“, die der FMO derzeit durchleide. Dies hinge nicht zuletzt mit der wirtschaftlichen Situation der Fluggesellschaften zusammen, die seit dem 1. Januar 2011 zusätzlich durch die Luftverkehrssteuer belastet würden. Das halte sie von dem Wagnis ab, neue Fluglinien aufzunehmen, und führe zu einer Konzentration auf die großen Flughäfen.

Dennoch: Aufsichtsrat und FMO-Geschäftsführung halten am geplanten Ausbau des Flughafens fest. Das sei eine wichtige Investition in die Zukunft des FMO und von großer Bedeutung für die Region, sagte Lewe. Bekanntlich will der FMO seine Startbahn von derzeit 2200 auf 3000 Meter strecken, um interkontinentale Ziele anfliegen zu können. Jahrelang hatte der Naturschutz-Bund Deutschland gegen die Startbahn-Verlängerung geklagt, sich letztlich aber mit dem Flughafen geeinigt.

Wie Stöwer weiter erklärte, führt der FMO auch derzeit Gespräche mit Low-Cost-Anbietern. Auch, um die verlorenen und nur schwer zu reaktivierenden Strecken nach Wien, London, Zürich, Posen, Friedrichshafen und zuletzt Stuttgart zurückzugewinnen. „Auf absehbare Zeit werden vom FMO jedoch keine Billig-Airlines starten“, sagte Stöwer. Da die Low-Coster nur geringe Gebühren zahlen, beläuft sich der Verlust für die FMO-Gesellschafter derzeit „auf einen zweistelligen Millionenbetrag“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Lewe. Gleichwohl befinden sich Flughafen und Billig-Airlines weiterhin in Gesprächen.

Wirtschaftlich hat der Flughafen das Jahr 2011 mit einer schwarzen Null abgeschlossen. „Wir sind auch damit sehr zufrieden“, sagte Stöwer. Mit Blick auf die erwarteten Passagierrückgänge werde dieses Ergebnis in diesem Jahr jedoch nicht zu halten sein. „Wir diskutieren derzeit über eine Aufstockung der Eigenkapitaldecke“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende. Über die Höhe der Finanzspritze machten Lewe und Stöwer keine Angaben. Haupt-Anteilseigner am FMO sind die Städte Münster und Osnabrück sowie der Kreis Steinfurt.



03 · 02 · 12



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