Zu wenige Teilnehmerinnen


Zu viele Deutsche drücken sich immer noch vor der Krebsvorsorge. Foto:
Zu viele Deutsche drücken sich immer noch vor der Krebsvorsorge. Foto:
(dpa)


Münsterland - Die Frauen im Münsterland nehmen die Möglichkeit zur Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung etwas häufiger wahr als im Landesdurchschnitt. 54 Prozent der 50- bis 69-jährigen Frauen in NRW haben in den Jahren 2005 bis 2009 an der kostenlosen Reihenuntersuchung „Mammographie-Srceening“ teilgenommen, berichtete gestern das Mammographie-Referenzzentrum am Universitätsklinikum Münster. In der Screening-Einheit nördliches Stadtgebiet Münster und Kreis Warendorf waren es 55,2 Prozent, im südlichen Stadtgebiet Münster und im Kreis Coesfeld im Vergleichszeitraum 59 Prozent. Inzwischen ist nach Angaben der Screening-Einheit Münster-Süd und Kreis Coesfeld dort der Anteil auf 61 Prozent gestiegen. Auch die Krankenkassenverbände und die Kassenärztliche Vereinigung NRW melden für das letzte Jahr leicht gestiegene Zahlen.

Trotzdem ist Dr. Nina Oxenius vom Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster nicht zufrieden mit der Beteiligung. „In europäischen Nachbarländern nehmen deutlich mehr Frauen am Screening teil“, so Oxenius. In den Niederlanden, wo es die kostenlose Reihenuntersuchung schon seit mehreren Jahrzehnten gibt, seien es 70, in Norwegen sogar 89 Prozent. In Deutschland gibt es große regionale Unterschiede bei der Teilnahme an der Untersuchung. Die Ursachen dafür seien bisher nicht erforscht. Je höher die Beteiligung, desto mehr erkrankte Frauen könnten letztlich gerettet werden, so Oxenius. Wenn Tumore im Anfangsstadium erkannt werden, gibt es eine gute Heilungschance für Brustkrebs.


Grundsätzlich gilt: Die Deutschen sind Europas Vorsorge-Muffel. Rund 40 Prozent der Frauen ab 20 Jahren nehmen die Angebote wahr, bei den Männern, die ab 45 Jahren regelmäßig zur Früherkennung gehen sollen, sind es nur 23 Prozent.

Dabei hat sich der Krebs hierzulande längst zu einer Volkskrankheit ausgeweitet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren drastisch nach oben geschnellt. Danach wird fast jede Minute eine neue Krebsdiagnose gestellt. Experten gehen davon aus, dass Ärzte in diesem Jahr bei rund 450 000 Menschen in Deutschland bösartige Tumore entdecken werden.



23 · 02 · 12





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