Düsseldorf - Für deutsche Politiker ist es ein Schlag ins Kontor. Für fast 30 000 Bergleute ist es ein Schlag vor dem Kopf. Nur noch vier Jahre soll nach dem Willen der EU-Kommission die staatliche Förderung für den Steinkohlebergbau laufen. Dann soll in nicht profitablen Zechen der Förderkorb still stehen. Der 2007 ausgehandelte deutsche Kohlekompromiss, wonach die Subventionen bis 2018 gezahlt werden, wäre Makulatur. Für Montagnachmittag hat NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Vorsitzenden aller Landtagsfraktion zu einem Gespräch über die Rettung des Kompromisses eingeladen.
„Wir brauchen ein politisches Signal, dass es eine deutliche Mehrheit dafür gibt, die Steinkohleregelung nicht in Frage zu stellen“, wird in der Staatskanzlei das Ziel formuliert. Ein Signal nach Brüssel und nach Berlin. Denn zunächst steht die Kanzlerin im Wort. Angela Merkel hat zugesagt, sich für eine Revision des EU-Beschlusses stark zu machen. Es wird nicht leicht und möglicherweise teuer werden, dafür eine Mehrheit zu organisieren. Neben Deutschland sind als Kohleländer noch Spanien und Polen, Rumänien und Bulgarien betroffen, mögliche weitere Partner sind die Staaten mit starker Stahlindustrie - Italien, Großbritannien und Frankreich.