Großer Andrang am Büfett


Reich gedeckt war die Büfett-Tafel beim gemeinsamen Fastenbrechen im „GroW“, an dem rund 120 Besucher teilnahmen.
Reich gedeckt war die Büfett-Tafel beim gemeinsamen Fastenbrechen im „GroW“, an dem rund 120 Besucher teilnahmen.


Gronau - Ein großer Erfolg war das erste gemeinsame Fastenbrechen, zu dem die Veranstaltergemeinschaft um den Jugendmigrationsdienst eingeladen hatten. Dieses Fazit ziehen die Organisatoren der Aktion, mit der die erste „Interkulturelle Woche“ in Gronau eröffnet wurde. Das gemeinsame Fastenbrechen im Rahmen des Ramadans brachte im Haus „Mein Gronauer Westen - GroW“ des Diakonischen Werkes an der Herzogstraße 120 Bürger verschiedener Kulturen zusammen.

Die muslimischen Gäste hatten von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts gegessen und nichts getrunken. „Um 20.23 Uhr ist das Büfett eröffnet“, kündigte der Imam Dogon Alci das Fastenbrechen an. Nachdem der Imam ein Tischgebet gesungen hatte, drängten alle Gäste zur reichhaltig ausgestatteten Tafel.


Dabei erfuhren die Teilnehmer auch allerhand über die Fastentradition im Islam von Gronauer Muslimen. Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islam, erfuhren die Gäste. Ebenso, dass das Fasten eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer ist, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein muss. Die Seele des Fastenden wird gereinigt und geläutert, und seine Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen wird gefestigt. Ohne dies bleibt das Fasten bedeutungslos und leer. So liege ein großer Nutzen des Monats Ramadan in der größeren Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen und darüber hinaus im Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und Konzentration auf das Wesentliche.

Diesen Vorgaben entsprechend, wurde beim gemeinsamen Fastenbrechen auch für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan gesammelt. 422 Euro konnten dem Vorstand des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Coesfeld-Steinfurt-Borken, Pastor Joachim Erdmann, zur Weiterleitung übergeben werden.

Intensiv an den Vorbereitungen beteiligt waren Kudret Aydogdu und Sibel Köse, die bei den Gronauer Muslimen für den interkulturellen Dialog zuständig sind und viele Fragen beantworteten.

„Jede Idee ist unmöglich, bevor sie geboren wird“, zitiert Franziska Lengers vom Jugendmigrationsdienst Gronau ein geflügeltes Wort, „aber wenn sie erst einmal da ist, ist sie oft nicht mehr aufzuhalten. Das wünschen wir uns für die ,Interkulturellen Wochen´ in Gronau.“

„Erfahrungen der Begegnung, die von den Gästen in ihren Alltag weitergetragen werden sollen“, erhofft sich Sonja Jürgens, Projektleiterin des GroW, von der Aktion. Der Anfang sei gemacht.

Eine Wiederholung dieser ersten Veranstaltung wünschen sich die Organisatoren des ersten gemeinsamen Fastenbrechens in Gronau für das kommende Jahr. Manchmal brauche es einen Anlass, um sich näher kennenzulernen, sagte Franziska Lengers. „Die ,Interkulturelle Woche´ soll eine Gelegenheit sein, dass Migranten und Einheimische einander begegnen.“

» Weiter geht die erste „Interkulturelle Woche“ in Gronau am kommenden Sonntag (12. September) ab 15 Uhr mit einem Ramadanfest in der Fatih-Moschee.



09 · 09 · 10





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