Blues aus der Runkel-Taiga


Der einzige weibliche Bullemann, Svetlana Svoroba am Steinway & Sons“-Klappstuhl, sowie Augustin Upmann und Heinz Weißenberg, beim westfälischen Blues aus der Runkel-Taiga: „Ik heff dat arme Dier“. Foto:
Der einzige weibliche Bullemann, Svetlana Svoroba am Steinway & Sons“-Klappstuhl, sowie Augustin Upmann und Heinz Weißenberg, beim westfälischen Blues aus der Runkel-Taiga: „Ik heff dat arme Dier“. Foto:
(Martin Borck)


Gronau - Schön, dass sie mal wieder in Gronau waren. Ihre zahlreichen Fans hatten sie schon vermisst. Mit ihrem Programm „Ochotttochot“ gastierten die beiden „Bullemänner“; zwei in den Ruhrpott emigrierte Urwestfalen, am Donnerstagabend in der - für Gronauer Verhältnisse gut besuchten - Aula des Gymnasiums. Um ein Fest zu feiern. Richtig westfälisch, versteht sich. Die „La-Ola-Welle“ im Sitzen, alle Gäste auf die Stühle, aber schön gemächlich, Musik kommt von der „Arme-Dier-Blues-Band“, und Heini (Heinz Weißenberg) und Augustin (Augustin Upmann) haben auch ein paar Chips mitgebracht. Mit Sockenbeilage...

Der Löschzugführer der Suchtdruper Freiwilligen Feuerwehr erzählt kurzweilig von der Teilnahme der ganzen Mannschaft am letzten Christopher-Street-Day in Osnabrück, wo ihr Löschgerät so viel Begeisterung hervorrief, dass sie mit Holzpellets beworfen wurden („Damit drückt der Osnabrücker Wärme aus.“) Viel Zeit zum Erzählen hat man ja bei so einem Fest, obwohl der Westfale es ja nicht so mit dem Wort hat.


Svetlana Ochottlawa aus Ochott, der ukrainischen Partnergemeinde von Suchtdrup (im richtigen Leben Svetlana Svoroba), vermittelt nicht nur dienstliche Telefonate in Sachen internationale Hähnchen-Connection, sondern trägt als Tastenvirtuosin ganz ungemein zum Unterhaltungswert der Feier bei.

Überhaupt das Musikalische. Mit ihren platten Versionen großer Welthits wie „Sie liebt dich, dä dä dä“ ( „ . . . ich glaub, ich muss mich freun“) sangen sie sich in die Herzen der Gronauer. Fehlten bloß noch die brennenden Feuerzeuge. Aber das wäre auch ein bisschen überschwänglich gewesen. In einer Stadt, wo „der Rock schon im Museum ist.“

VON PETER SCHMITZ, STEINFURT


04 · 02 · 12





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