Isselburg - Kaum war die Musik zu hören, wendeten die vielen jecken Isselburger, die am Straßenrand vor dem Rathaus warteten, ihren Blick erwartungsvoll in eine Richtung: Die, aus der die lauten Karnevalslieder ertönten und fröhliche „Helau“-Rufe den Isselburger Rosenmontagszug ankündigten. Und was die Minervastraße hinauf kam, konnte sich wahrlich sehen lassen. Einfallsreiche Mottowagen und bunt kostümierte Fußgruppen waren vom Festplatz an den Markthallen losgezogen, um reichlich Kamelle und gute Stimmung unters Volk zu bringen.
Angeführt vom Tambourcorps Werth und dem Isselburger Blasorchester bahnte sich der bunte Lindwurm den Weg durch die Stadt. Bei bestem Karnevalswetter säumten viele große und kleine Jecken die Strecke und stimmten schnell in die Karnevalslieder der vorbeiziehenden Narren ein.
Viele hatten sich das Sessions-Motto „Dschungelfieber, Heiterkeit - Isselburg hat Narrenzeit“ zu Herzen genommen: So waren etwa wilde Dschungelhunde unterwegs. Die Hundefreunde aus Anholt waren zum ersten Mal dabei, als Freunde des Prinzenpaares wollten sie die Tollitäten begleiten. Der Wagen, der von einem Kettcar gezogen wurde, fiel dabei aber deutlich kleiner aus, als der geräumige Prinzenwagen. Prinz Bernd II. und Prinzessin Sigrid I. (Tiemeßen) verteilten gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar Til I. (Zallmanzig) und Maike I. (Rauer) sowie Bürgermeister Adolf Radstaak von ihrem Gefährt aus großzügig Kamelle.
Viel Mühe hatten sich auch die Isselburger Messdiener gegeben, die in orientalischen Kostümen mit einem aufwändigen Tempel aus „1001 Nacht“ unterwegs waren. Ihre Idee für die Verwaltung: „Was soll der ganze Rathaus-Krempel, Adi bau‘ doch gleich nen Tempel!“ Es lohnte auch, auf die Details zu achten: Ganz vorne war eine Wunderlampe angebracht, die dank Nebelmaschine Rauchzeichen abgab.
Natürlich durfte beim Dschungelmotto eines nicht fehlen: das berühmte Dschungelcamp. Das „Schüttensteiner Dschungelcamp“ war jedoch frei von selbst ernannten Stars, stattdessen voller gut gelaunter Jecken.
Der Kegelclub „Seltene Neun“, hatte sich unter dem Motto „Rachs Restaurantschule“ ein fahrbares Restaurant zusammengeschraubt. Für die Verpflegung der Jecken sorgten etwa die Vehlinger Wurstjäger, die die Reste vom Wurstjagen auf ihrem Wagen grillten und verteilten.
Familie Lackermann, um „Karnevalssheriff“ und Organisator Horst Lackermann, nahm den Dioxinskandal zum Anlass, in Hühnerkostüme zu schlüpfen. Die Feuerwehr monierte auf ihrem Wagen noch einmal „Ohne Moos nix los“: Denn der Neubau steht noch immer nicht an. Bunte Bärchenkostüme trug ein Strickclub, der schon seit 20 Jahren mitzieht. Das Motto: „In Isselburg ist der Bär los“. Die Idee dazu hatte Bene, der „Neue“ im Bärenwald, geliefert.
Nachdem die Kamelle verteilt war, löste sich der Zug am Festzelt wieder auf. Dort wurde der Abschluss der Session gefeiert.