Spielraumkonzept

Vier Spielplätze müssen weichen


Die Tage der gelben Wippente sind gezählt. Auch die Wippe, die Rutsche und die übrigen Spielgeräte werden an der Advenastraße verschwinden. Foto:
Die Tage der gelben Wippente sind gezählt. Auch die Wippe, die Rutsche und die übrigen Spielgeräte werden an der Advenastraße verschwinden. Foto:
(Frank Zimmermann)


Heek-Nienborg - Es ist schneidend kalt an diesem Donnerstagmorgen. Das Geländer der Rutschbahn fühlt sich an, als müsse man befürchten, daran festzufrieren. Wippe, Sandkasten und auch die gelbe Schaukelente, der einzige Farbtupfer auf dem Spielplatz an der Advenastraße, wirken erstarrt.

Doch die Leblosigkeit auf dem Spielplatz ist nicht nur dem Wetter geschuldet. Auch sonst wird hier deutlich weniger gerutscht, geturnt und im Sand gebuddelt als früher. „Das ist so, leider“, sagt Ratsherr Manfred Kuiper. „Allerdings kommen bei schönem Wetter immer mal wieder Kinder und Kindergartengruppen vorbei.“ Kuiper hat das im Blick, denn der Sozialdemokrat wohnt gleich neben dem Spielplatz.


Und trotz der geringeren Nutzung haben die Anlieger der Advenastraße den Spielplatz in ihr Herz geschlossen. Das hat auch mit dessen Geschichte zu tun: „Der Spielplatz wurde Mitte der 80er-Jahre von unserer Nachbarschaft in Eigenleistung errichtet und mit Pfarrer Niehaves feierlich eingeweiht“, schreiben die Anlieger in einem Bürgerantrag. Damit setzen sie sich gegenüber dem Bürgermeister für den Erhalt des Spielplatzes ein. Und auch für die Nachbarschaft selbst sei der Spielplatz nach wie vor ein beliebter Treffpunkt, sagt Kuiper.

Seit der Bauausschusssitzung am Mittwochabend steht jedoch fest: Der Spielplatz wird stillgelegt, die Geräte abgebaut. Dies sieht ein Maßnahmenkatalog vor, den die Gemeindeverwaltung im Rahmen der Leitlinien für die Spielraumentwicklung erarbeitet hat. Die Ausschussmitglieder stimmten geschlossen für die Umsetzung. Demnach sollen in der Gemeinde vier „Standorte abgerüstet werden“, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. Neben dem Spielplatz an der Advenastraße ist davon in Nienborg der Spielplatz an der Bernhardstraße betroffen, in Heek sind es die am Eichengrund und im Mühlenfeld. Vorläufig stillgelegt werden die Spielplätze an Mähne und Bült.

Offen ist dagegen noch, was mit den Grundstücken der stillgelegten Spielplätze passiert. Bernhard Probst (CDU) und Hermann-Josef Schepers (SPD) warnten übereinstimmend vor einem vorschnellen Verkauf der Flächen. Damit gebe die Gemeinde jeden Gestaltungsspielraum aus der Hand. Dem pflichtete auch Bürgermeister Ulrich Helmich bei. Er gab aber zu bedenken, dass auch stillgelegte Flächen für den Bauhof Arbeitsaufwand bedeuten und eine Zweckentfremdung - zum Beispiel als Hundetoilette - nicht auszuschließen sei. Dagegen könnten die Einnahmen aus einem Verkauf dafür verwandt werden, bestehende Spielplätze weiter aufzuwerten.

Daraus resultierte der Kompromiss, dass der Ausschuss oder der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt über die Verwendung jeder einzelnen Fläche separat entscheidet.

VON FRANK ZIMMERMANN, GRONAU


03 · 02 · 12





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