Süßes für die Ministerin


Kleckern erlaubt: Das Herummatschen im Plätzchenteig machte diesen beiden Mädchen ganz offensichtlich Spaß. Auch ihre Mitschüler waren mit Feuereifer bei der Sache. Foto:
Kleckern erlaubt: Das Herummatschen im Plätzchenteig machte diesen beiden Mädchen ganz offensichtlich Spaß. Auch ihre Mitschüler waren mit Feuereifer bei der Sache. Foto:
(Rupert Joemann)


Schöppingen/Horstmar - Ein Junge summt laut eine bittersüße Melodie. Doch so furchtbar können die Kekse nun wirklich nicht schmecken. Auch eine Anspielung auf den Besuch von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann am heutigen Freitag in Schöppingen und Horstmar dürfte das Lied nicht sein. Vielmehr wird es einfach die gute Laune eines Jungen widerspiegeln, der leckere Kekse backt. Denn das taten jetzt 15 Mädchen und Jungen des Gymnasiums Arnoldinum in der Dependance Horstmar. Die Leckereien servieren die Schüler aus Horstmar und Schöppingen der Ministerin.

„Wer kann hier noch einmal helfen?“, fragt Lehrer Uwe Jäkel in die Runde. Gleich mehrere Schüler schreien „Ja“ und „Ich“. Die Begeisterung in der Koch AG der Fünft- und Sechstklässler des Offenen Ganztags ist groß. Kein Wunder: Stehen doch nicht Mathe, Physik und Englisch auf dem Lehrplan, sondern Knusperkugeln, Kokos-Schoko-Kugeln und Honig-Marzipankartoffeln. Das schmeckt wenigstens. Und zwar ohne jeden bitteren Beigeschmack einer schlechten Note. Da helfen auch gerne die Schüler der Deutsch-AG von Referendarin Katrin Göbel aus.


An einem Küchentisch hat sich ein typisches Kaffeekränzchen gebildet. Die vier Mädchen diskutieren, wer aus dem schöneren Ort kommt. Die Schöppingerinnen oder die Horstmarerinnen. Auf das Hallenbad in der Vechtestadt finden die Horstmarerinnen nichts Gleichwertiges. Oder doch? „Wir haben die besseren Chöre. Ohne Chöre und Musik wäre die Messe langweilig“, sagt eine Horstmarerin.

Doch es wird nicht nur gequatscht. Die Mädchen rollen fleißig die Backmasse zu Kügelchen. Auf der einen Seite liegen auf einem Brett ähnlich groß geformte Kugeln, auf der anderen Seite ganz kleine und ganz große.

Nebenan spießen Sophia und Vivien die Kugeln auf Zahnstocher auf und tunken sie in weiche Schokolade ein. Die haben zwei andere Schüler vorher in einem Wasserbad flüssig gemacht. „Ihr müsst immer ein bisschen umrühren, damit es gleichmäßig weich wird“, erklärt Uwe Jäkel, der an diesem Tag die erkrankte Bärbel Delille vertritt. Zartbitter und Vollmilch verwenden die Schüler für die Glasur. Derweil zieren Schokoreste das Kinn von Thomas. Und für Vivien sehen die Knusperkugeln eher aus wie kandierte Äpfel in Miniformat.

Auf dem langen Tisch stehen unter anderem Bio-Müsli, Bio-Waldhonig und französischer Mandelsirup. Wenn es geht, werden Bio-Produkte verwendet. Die acht Esslöffel Amaretto passen da sicher nicht ganz hinein. Aber die Pralinen sind ja auch für Erwachsene gedacht.

Während ein Junge wie im Klassenraum aufzeigt und Uwe Jäkel etwas fragen möchte, trocknet sich ein anderer die Hände mit Papiertüchern ab. Der Mülleimer neben dem Waschbecken quillt schon über. Der mit Schokospritzern versehene Kittel eines Mädchen bedarf jedoch einer intensiveren Reinigung. Gerade das Herummatschen im Teig bereitet den Kindern offensichtlich Spaß.

Auch als es klingelt und die Stunde vorbei ist, melden sich einige noch freiwillig, zu Ende zu backen. Einer rennt sogar schnell nach draußen zum Parkplatz, um Bescheid zu geben, dass er und sein Freund ein paar Minuten später kommen.



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