Chansons mit Publikums-Chor


Ausverkauftes Haus: Das Publikum in der Aula der Realschule klatscht und singt sogar bei den Liedern des Chansonniers mit.
Ausverkauftes Haus: Das Publikum in der Aula der Realschule klatscht und singt sogar bei den Liedern des Chansonniers mit.


Billerbeck. Gedämpftes Licht. Erwartungsvolle Stille. Der Blick richtet sich auf den schwarzen Flügel, der auf der Bühne in der Aula der Geschwister-Eichenwald-Realschule steht. Mit sanften Klängen löst Hawo Bleich an den Tasten die Ruhe auf. Der Grandseigneur des deutschen Chansons, Klaus Hoffmann, betritt die Bühne. Der beachtliche Begrüßungsapplaus lässt vermuten, dass sich viele Fans im Publikum befinden. Und die geizen nicht mit Vorschusslorbeeren. Klar, freut das den Liedermacher. Er lächelt, "checked" gegen das Bühnenlicht erst einmal die Lage, nimmt als "charming boy" Kontakt zu seinen Zuschauern auf und zeigt sich ebenfalls großzügig: "Sie sind das bezauberndste Publikum - heute Abend!"

"Klaus Hoffmann? Den kennt doch kein Mensch" - so hatte es vergangenes Jahr mit Hinblick auf die Programmplanung der Freilichtbühne, die zu diesem Konzert geladen hatte, geheißen. Mitglied Josef Leifeld belehrte seine Mitstreiter eines Besseren. Als bekennender Fan legte er sich für ein Konzert des Berliner Chansonniers ins Zeug mit dem Endresultat: Ausverkauftes Haus.



Die Fans kommen Klaus Hoffmann (l.) ganz nahe: Er gibt ihnen Autogramme. Fotos: Ulla Wolanewitz
Die Fans kommen Klaus Hoffmann (l.) ganz nahe: Er gibt ihnen Autogramme. Fotos: Ulla Wolanewitz


"Die Welt ist schön, du wirst es sehn" heißt der Titel von seinem neuen Album "Das süße Leben" mit dem Hoffmann seinen Auftakt gibt. Der Geschichtenerzähler startet seine Reise. Ausgangspunkt: Bilbeck, Blibeck oder Billybeck? - meck, meck, meck. Der Name seines Spielortes amüsiert ihn, gibt ihm Futter für Wortspielereien. Bevor er zur Gitarre greift, plaudert er lässig mit der Hand in der Hosentasche, erzählt wie er aufgewachsen ist - "unbefriedet von ,la müer (die Mauer)`". In einem kleinen Club sei er den Liedern der Sehnsucht begegnet: "Dort habe ich alles gelernt". Zwischenstation nach ein paar Titeln: "Amsterdam". Hoffmanns Brel-Interpretation ist noch vielen recht präsent. Ein Publikums-Chor ist wahrzunehmen, bereit den Bühnenakteur kraftvoll zu begleiten. Seine Überleitungen zu den Songs und Gags kommen bei den meisten Gästen gut an. Jedenfalls wird viel gelacht. Wobei nicht jeder weiß, warum genau. Hatten doch einige Possen eindeutig mehr künstliches als künstlerisches Potential.


Pianist Hawo Bleich (l.) begleitet den Liedermacher auf einem schwarzen Flügel.
Pianist Hawo Bleich (l.) begleitet den Liedermacher auf einem schwarzen Flügel.


Diejenigen, die in der Hoffnung gekommen waren, seine ganz alten Songs hören zu können, kamen an diesem Abend nicht wirklich auf ihre Kosten. Mit dem "Ich will Gesang, will Spiel und Tanz" zeigte sich der Berliner recht knauserig, favorisierte eher die Songs neueren Datums. Dafür aber gab es am Ende vier Zugaben und stehende Ovationen. Die Publikumsstimmen klangen abschließend recht ambivalent. Während einige sich ganz gut unterhalten fühlten, waren andere Zuhörer absolut begeistert. "Mir sagte jemand, Klaus Hoffmann sei noch besser, noch reifer geworden", hob Josef Leifeld hervor.

Etwas schade jedoch, dass der Chansonnier seine starken Lieder nicht einfach so stehen lassen konnte, sondern ihnen am Ende des Öfteren ein gesungenes "Lalala" oder Blablabla" anhängte. Hoffmann seines Zeichens fühlte sich wohl und baute als kleines Dankeschön die Zeile "will nicht mehr weg aus Billbeck" in den letzten Song ein. Leifeld: "Er würde gerne wieder kommen."



29 · 01 · 12





TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.
MÜNSTERLAND


© Tageblatt für den Kreis Steinfurt - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette