Gemeindefusion: Keiner will in die Großpfarrei


Nur Rorup strebt eine eigene Fusionslösung an.
Nur Rorup strebt eine eigene Fusionslösung an.
(Kristina Kerstan)


Dülmen. Nach den Roruper Katholiken (DZ berichtete) haben nun auch die übrigen acht Dülmener Kirchengemeinden ihr Votum zur anstehenden Gemeindefusion an das Bistum Münster geschickt.
Einig sind sich die Pfarrgemeinderäte, die sich am Donnerstagabend in St. Viktor versammelt hatten, mit St. Agatha Rorup in dem Punkt, dass sie die vorgeschlagene Großpfarrei für keine gute Option halten. „Die Gemeindevertreter spüren in den Gremien sehr deutlich, wie groß die Angst ist, die unsere Mitchristen mit einer Großpfarrei verbinden. Mit dieser Angst könnten wir keinen positiven Fusionsprozess auf den Weg bringen“, lassen die acht Gemeinden das Bistum in einem gemeinsamen Schreiben unmissverständlich wissen.
Aber auch eine Trennung in eine Land- und eine Stadtpfarrei - die St. Agatha Rorup anstrebt - scheidet für die anderen aus: „Wir glauben, dass Stadt und Land sich ergänzen und gut zusammengehen können“, heißt es in dem gemeinsamen Papier an Weihbischof Dieter Geerlings weiter. Das zeige auch die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen St. Jakobus, St. Viktor und St. Mauritius.

Wie sehr sich die Gemeinden aufeinander und auf den Wunsch des Bischofs zu bewegt haben, teilen die Pfarrgemeinderäte dem Weihbischof ebenfalls mit: „Unser Modell berücksichtigt Ihre Vorgabe nach einer Zwei-Pfarreien-Lösung und Ihren Wunsch, dass Heilig Kreuz nicht alleine bleiben soll.“


Zusammengehen sollen nach dem Wunsch der acht Kirchengemeinden:
Heilig Kreuz Dülmen
St. Pankratius Buldern
St. Georg Hiddingsel mit zurzeit insgesamt 15.120 Gemeindemitgliedern.
Und auf der anderen Seite
St. Viktor Dülmen
St. Joseph Dülmen
St. Mauritius Hausdlm.
St. Antonius Merfeld
St. Agatha Rorup und
St. Jakobus, Karthaus mit derzeit insgesamt 16.325 Gemeindemitgliedern.

„Die Entscheidung war ja eigentlich schon vor dem Treffen gefallen, und wir haben dieser Lösung nun zugestimmt, weil wir auf keinen Fall in einer Großpfarrei aufgehen wollen“, erklärt Hildegard Tecklenborg, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Antonius Merfeld. Dieses Votum für die Münsterstraßenlösung sei überhaupt keine Entscheidung gegen Rorup: „Wir würden auch die Roruper Lösung mit der Landpfarrei immer noch mittragen“, versichert sie.
„Je kleiner die Pfarrei, desto kürzer die Wege, und desto leichter ist es auch, die Menschen zur Mitarbeit zu motivieren“, ist Tecklenborg überzeugt.

Die gute Zusammenarbeit zwischen St. Jakobus, St. Viktor und St. Mauritius mache den Merfeldern Hoffnung:, dass es auch im neuen Verbund klappt: „Die vorgeschlagene Pfarrei wäre zumindest eine Einheit, in der wir uns noch ein lebendiges Gemeindeleben vorstellen könnten.“

Pfarrdechant Markus Trautmann hat großen Respekt vor der gemeinsamen Entscheidung der Gläubigen: „Dass es acht Gemeinden geschafft haben, sich pragmatisch auf eine Lösung zu verständigen, stimmt mich wirklich zuversichtlich, dass wir auch in den neuen Strukturen gut miteinander zusammenarbeiten werden.“ Er sieht die neuen Pfarreizuschnitte durchaus nicht nur als Bedrohung: „Die klassische Dorfgemeinde blendet ja viele Themen, die vielleicht im Dorf keine so große, aber für die Menschen dafür eine umso erheblichere Rolle spielen, auch aus.“ Dadurch bestehe aus seiner Sicht auch die Gefahr, als Kirche nicht mehr alle Schichten in der Gesellschaft zu erreichen.

VON MARKUS MICHALAK


27 · 01 · 12




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