Trauer um Franz „Schäsi“ Schöpner

Abschied von einem Original


So haben ihn viele gekannt und geliebt: Franz „Schäsi“ Schöpner mit seinem Akkordeon.Foto:
So haben ihn viele gekannt und geliebt: Franz „Schäsi“ Schöpner mit seinem Akkordeon.Foto:
(WN-Archiv)


Appelhülsen - Ein großartiger Mensch, ein Original. Über 60 Jahre hat Franz „Schäsi“ Schöpner die Menschen mit seinen Liedern, Gedichten und Sprüchen nicht nur unterhalten, sondern begeistert und ihnen frohe Stunden geschenkt. Mit dem Tode von „Schäsi“, wie ihn viele liebevoll nannten, hat Appelhülsen zweifellos ein Original verloren. Als am Dienstagnachmittag die Beerdigung stattfand, erwiesen viele dem am 24. Januar verstorbenen Heimatfreund die letzte Ehre.

Franz Schöpner war ein waschechter Appelhülsener. Hier erblickte er am 5. August 1929 auf dem elterlichen Hof das Licht der Welt. Die Liebe zur Musik war bei ihm schon in der Jugend geweckt. Sehr zum Unwillen des Vaters. Doch solche Widerstände wusste Schäsi listenreich und humorvoll zu überwinden. Und wenn er in späteren Jahren von seinem ersten Akkordeon erzählte, dann schmunzelten auch die Zuhörer über diese Geschichte:


„Vater Bernhard wollte nicht, dass ich Musiker werde: Dat olle Musik maken, dat loat mo bien, schimpfte er. Nicht einmal ein Instrument gönnte er mir. Da habe ich heimlich unsere Edda, unsern Gaul, zu Karl Gessmanns Hengst gebracht und decken lassen. Hat geklappt. Von dem Geld fürs Fohlen konnte ich mir dann ein Akkordeon kaufen.“

Mit seinem Akkordeon und seinem Humor war Franz Schöpner ein gern gesehener Gast bei vielen Veranstaltungen. In jungen Jahren wirkte er auch bei plattdeutschen Theaterstücken mit, die im Saal des ehemaligen Hotels Schriever (Bahnhofstraße) aufgeführt wurden. Mehr noch aber wurde er als Sänger und Unterhalter bekannt. Wann immer es seine Zeit zuließ, verfasste Franz Schöpner plattdeutsche Lieder, schrieb Gedichte und humorvolle Texte. Bei Karnevalsfeiern, Geburtstagen, Jubiläen und anderen Festen in Appelhülsen und Umgebung sorgt er stets für Unterhaltung. Beim Ostermarkt des Werberings zum Beispiel wirkte er lange als Kiepenkerl mit und hatte für die Besucher immer einen humorvollen Spruch auf den Lippen.

Franz Schöpner blieb sein Leben lang seinem Heimort Appelhülsen eng verbunden. Eine Bindung, die sich - um nur ein Beispiel zu nennen - auch in seiner Mitarbeit im örtlichen Heimatverein widerspiegelte, dem er seit 1981 angehörte. Noch im Februar vergangenen Jahres dankte ihm der Heimatverein mit einer besonderen Urkunde für dieses große Engagement.

VON LUDGER WARNKE, NOTTULN


02 · 02 · 12





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