Altenberge - Er wollte nur Spaß. Aber die Fans wollten mehr. Sie sangen ihm Lieder und spielten sein Leben. Und bald war klar: Der Prinz war der Star. Hoch oben in einer vom Elferrat gezogenen großen Narrenkappe hielt er unter dem Beifall von vielen fantasievoll kostümierten Karnevalisten Einzug. Die Vorstands- und Elferratsdamen folgten als griechische Göttinnen. So begann am Samstagabend die über vierstündige karnevalistische Party mit Büttenreden, Show, Tanz und Gesang. Die fast ausverkaufte Gooiker Halle wurde zum Mix aus Jeckenspaß und Partymeile.
„Ob Sonne, Schnee oder Regen, Fassnacht ist ein wahrer Segen“, rief Sitzungspräsident Helmut Winter, der humorvoll und souverän durch das Programm führte, dem Narrenvolk zu und eröffnete mit einem dreifachen „Helau“ die 27. Prunk- und Galasitzung der KG St. Johannes.
Prinz Thomas I. verriet den Karnevalisten witzig verpackt Stationen seines Lebens. Und zu denen gehört - wie auch bei anderen Altenberger Frohnaturen - das Rathaus. Das war dem Bürgermeister auch schon aufgefallen: „Das Rathaus wird karnevalistisch unterwandert“, stellte Paus fest und schlug vor, die nächste Karnevalssitzung gleich als Personalversammlung der Gemeindeverwaltung abzuhalten.
Elferratsmitglied Uli Deikert gefiel seine Rolle in der Bütt zu Anfang gar nicht: „Ich soll euch hier wohl den Affen machen“, fragte er ganz unsicher, aber dann sang er von „von den Hügelaffen, die nur vom Hügel gaffen und dabei gar nichts schaffen“ und nahm so manches aktuelle Thema aus der Lokalpolitik aufs Korn. Vom vornehmen „Bungalow am Krüselblick“ bis zur Musikschule: „Da spielen wir unseren eigenen Akkord und das bleibt jetzt auch immerfort.“
Dann hieß es Bühne frei für die Tanzgarden. Auch in diesem Jahr zählten die Auftritte der Mädchen wieder zu den Höhepunkten. Die Tanzmariechen wirbelten unter dem tosenden Beifall des Publikums akrobatisch über die Bühne, die Berghüpfer zeigten, was so alles auf einem Kindergeburtstag los ist, und die Bergfeen verbanden bei „Mien Liäben“ hervorragend Tanz und Show. Das Ganze gipfelte in einer Hochzeitszeremonie mit roten Rosen und „Just married“.
Einen Angriff auf die Lachmuskeln startete danach Humorist Willi Binzen. Frei nach dem Motto „Alter schützt vor Torheit nicht“ spielte er in vielen Witzen Männer und Frauen gekonnt gegeneinander aus, sang im Chor mit vier Altenberger Promis auf der Bühne und kämpfte letztlich mit dem „Kröver Nacktarsch“ bis zum „Knock Out“. Echt köllsche Karnevalsmusik präsentierten „Höhner & Friends“ - die Narren sangen und feierten fast schon rheinisch.
Highlights Schlag auf Schlag. Und zur Krönung rückte der Elferrat seinen Prinzen Thomas I. (Mücke) noch einmal in den Mittelpunkt: Bei „Mücke im Wohnmobil on Tour“ sangen und spielten die elf Männer als Mückenschwarm verkleidet Stationen „Aus dem Leben eines Prinzen“: am Lagerfeuer, beim Tennisspiel, als Biker und blau-weißer Fußball-Fan, mit dem Zollstock bei der Arbeit und vieles mehr. Der Jubel kannte keine Grenzen. Zum Finale heizte Entertainer Mike Fender mit „Amarillo“ und Drafi Deutscher noch einmal richtig ein. Und als der Vorhang fiel, löste das einen bunten Spaghetti- und Luftballonregen aus. Es war Partytime mit „Finetime“. Und das „beste Publikum der Welt“, lobte der Sitzungspräsident die Narrenschar, startete in die Nachspielzeit.