Wersen - „Märchentante“ mag für einige wie ein Schimpfwort klingen. Freudig lächelnd nahm dagegen Thekla Hasselkuß ihre Ankündigung als solche von Christa Pieper zum Frauenhilfenachmittag in Wersen an. Die ehemalige Bürener Kindergartenleiterin ist seit ihrem Eintritt in den Ruhestand als professionelle Märchenerzählerin unterwegs.
Märchenhaft verwandelte Thekla Hasselkuß einen Teil des Gemeindehauses. Glänzende Samttücher in dezenten Farben umrahmten die Erzählerin. Brennende Kerzen sorgten für eine heimelige Atmosphäre. Der Vorsitzenden Christa Pieper war kein Bericht darüber in Erinnerung, ob jemals an einem Frauenhilfenachmittag Märchen erzählt wurden. Umso mehr freuten sich die Damen, nicht nur in die bekannten Geschichten ihrer Kindheit, sondern auch fremde Erzählungen kennenzulernen. Die Gebrüder Grimm haben ihre Märchen nicht selbst geschrieben, klärte Thekla Hasselkuß die Frauenhilfeschwestern auf. Sie reisten durch die Lande, hörten zu und schrieben die gesammelten Werke auf. Passend zur Jahreszeit hatte die Erzählerin Wintermärchen im Gepäck. „Wo ist denn der Prinz?“ fragten die Damen keck. Die kommen natürlich immer am Schluss eines Märchens, dass war auch an diesem Nachmittag nicht anders.