Häuser auf dem Prüfstand

Energieberater Karl-Ludwig Twiehoff vom Verein „Haus im Glück“ ist derzeit in Metelen unterwegs. Die Haus-zu-Haus-Beratung hat auch Brigitte Becking in Anspruch genommen. Foto:
Energieberater Karl-Ludwig Twiehoff vom Verein „Haus im Glück“ ist derzeit in Metelen unterwegs. Die Haus-zu-Haus-Beratung hat auch Brigitte Becking in Anspruch genommen. Foto:
(Irmgard Tappe)


Metelen - Es ist schon zum Verzweifeln, wenn Feuchtigkeit durch die Wand ins Haus dringt, die Ursache aber nicht gefunden wird und der zuständige Bauunternehmer inzwischen Pleite gemacht hat. Familie Becking kann ein Lied davon singen. 1995 haben sie ihr Haus gebaut. Und vor einigen Jahren stellten sie das Malheur im Dachgeschoss fest: eine feuchte Wand im Zimmer der Tochter. „Wir haben alles Mögliche versucht, kommen aber keinen Schritt weiter. Die Beratung ist jetzt unsere letzte Hoffnung“, sagt Brigitte Becking und schildert Karl-Ludwig Twiehoff das Problem.

Der unabhängige Energieberater des Vereins „Haus im Glück“ ist schon seit einigen Wochen im Auftrag des Vereins unterwegs. Jetzt ist Metelen an der Reihe. In der Regel sind es Häuser älteren Semesters, die Twiehoff vom Keller bis zum Dachboden unter die Lupe nimmt. Und in jedem Haus hat er Mängel entdeckt. „Oft sind es nur Kleinigkeiten, die wenig kosten, aber viel bewirken“, berichtet er.


Wenn es etwa im Fensterbereich zieht, bedeutet das nicht, dass die Fenster ausgetauscht werden müssen. Am Küchenfenster der Familie Becking sind zum Beispiel die Dichtungen porös. „Einfach austauschen, und die Sache ist behoben“, empfiehlt Twiehoff.

Nun geht es die Holztreppe hinauf ins Dachgeschoss des Einfamilienhauses. Twiehoff knüpft sich zuerst die feuchte Wand vor, die sich äußerlich nicht von den anderen Wänden unterscheidet. Doch was verbirgt sich hinter der Tapete? „Haben Sie etwas dahinter geklebt?“, fragt der Energieberater. Brigitte Becking nickt: „Alufolie und Styropor, damit es endlich dicht wird.“ Oh je, das war wohl ein Fehler, sagt schon der Gesichtsausdruck des Energieberaters. „Reißen Sie das bloß wieder ab. Dahinter entsteht Schimmel“, meint Twiehoff. Falls es bereits zur Schimmelbildung gekommen sei, müsse der Putz komplett heruntergeschlagen werden. Danach laut Ratschlag des Fachmannes das Mauerwerk austrocknen lassen und Restaurationsputz auftragen.

Die undichte Stelle vermutet Twiehoff allerdings nicht in der Wand. Wo Feuchtigkeit entstehe, müsse nicht die Stelle des Austritts sein, weiß er aus Erfahrung. „In diesem Fall kann die Feuchtigkeit eigentlich nur vom Dach kommen“, ist er sicher und rät, einen Dachdecker zu konsultieren.

Weiter geht es in den nächsten Raum. „Wenn Fenster auf kipp stehen, das seh´ ich gar nicht gern“, kritisiert Twiehoff dort einen weit verbreiteten Lüftungsfehler. Bei gekipptem Fenster kühle der obere Bauteil komplett aus. Warme Luft kondensiere und es entstehe Schimmel, was bei Stoßlüftung nicht passiere, begründet er. Brigitte Becking ist dankbar für die Tipps des Fachmanns.

» Wer noch eine kostenlose Energieberatung im Rahmen der Aktion „Von Haus zu Haus“ wahrnehmen möchte, sollte sich bis Mittwoch (10. März) bei Antje Schmies unter Telefon 02556/8923 melden.


05 · 03 · 10



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