Renovierung geht dem Ende entgegen

Die Gerüste sind abgebaut, die Kirche strahlt in neuem Weiß. Noch stapeln sich die Bänke im Hauptschiff. Das Holzparkett erhält einen neuen Schliff. Fotos:
Die Gerüste sind abgebaut, die Kirche strahlt in neuem Weiß. Noch stapeln sich die Bänke im Hauptschiff. Das Holzparkett erhält einen neuen Schliff. Fotos:
(Linda Braunschweig)


Metelen - Die Gerüste sind abgebaut, die Wände strahlen in neuem Weiß: Die Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus gehen dem Ende entgegen. Jetzt müssen die Handwerker und Restauratoren auf der Zielgeraden einen Spurt einlegen. Denn bis zur feierlichen Wiedereröffnung am Palmsonntag (28. März) gibt es noch eine Menge zu tun. Der Parkettboden wird geölt, die Kirchenbänke benötigen eine Überarbeitung und an der Brauttür soll ein behindertengerechter Eingang entstehen. Und ganz zum Schluss muss auch die Gemeinde mit ran. Pfarrer Thomas Stapper hofft, dass sich viele Vereine und Verbände am „Großreinemachen“ kurz vor der Rückkehr in die Kirche beteiligen.

Doch noch befindet sich der Innenraum quasi in der Rohfassung: Die vielen Kirchenkunstwerke sind in den Ateliers der Restauratoren, die Kirchenbänke stapeln sich weiterhin in der Mitte der Kirche. Elektriker hängen die Lampen wieder auf und bringen einige zusätzliche Leuchtkörper mit neuer LED-Technik an. Viele Arbeiten müssen warten, bis der Parkettboden abgeschliffen ist. Denn der dabei entstehende Staub würde die gerade gereinigten Kunstwerke erneut verschmutzen. So bleiben beispielsweise die Prospektpfeifen der Orgel noch in der Obhut einer Spezialfirma. Das riesige Instrument muss nach dem Wiederaufbau zudem erst gestimmt werden. Das dauert vier Tage.



Die Kreuzigungsgruppe wurde per Dampfstrahl gereinigt.
Die Kreuzigungsgruppe wurde per Dampfstrahl gereinigt.


Zuvor benötigt auch die Arbeit am Kirchenboden einige Zeit. Nach dem Abschleifen folgt das Einölen in zwei Etappen mit jeweils einigen Tagen dazwischen. „Jetzt läuft uns auch allmählich die Zeit davon“, befürchtet Pastor Stapper beim Rundgang durch das Gotteshaus.


Die Kapitelle sind jetzt in Rot und Gold abgesetzt.
Die Kapitelle sind jetzt in Rot und Gold abgesetzt.


So ist noch nicht ganz klar, ob Organist Udo Nobis die Orgel am Palmsonntag schon wieder brausen lassen kann und ob das 800 Jahre alte Kreuz dann seinen Platz über dem Altar eingenommen hat. Dort, wo Letzteres einmal an Stahlseilen hängen soll, befindet sich zurzeit eine Attrappe - als Test. „Es könnte noch etwas tiefer hängen“, findet Pastor Stapper. Die Kreuzbalken, hat er jetzt erfahren, werden dunkelgrau bis schwarz gestrichen, da die Jesus-Figur darauf durch die Reinigung sehr hell geworden ist und sonst auf dem Holz nicht mehr hervorstechen würde.

Dafür, dass die wertvolle Pieta im nördlichen Seitenschiff richtig zur Geltung kommt, sorgt dagegen der blaue Hintergrund zusammen mit neuen Strahlern. Ihr Sockel barg für die Restauratoren eine Überraschung: Eine Grabplatte ist dort integriert. Von wem sie stammt, ist unklar. Ebenso wie die Schmerzensmutter wurde auch die Kreuzigungsgruppe sorgfältig gereinigt. Bei den Dampfstrahlarbeiten sind jedoch einige unschöne Stellen sichtbar geworden, die nun retuschiert werden müssen. Auch die Kirchenbänke, die seit etwa 100 Jahren die Besucher aufnehmen, werden überarbeitet. In einigen hat sich der Holzwurm eingenistet.

Nicht ganz klar ist derzeit noch, wie die behindertengerechte Tür künftig aussehen soll. Ein Vorschlag umfasst einen komplett gläsernen Windfang, der zwar die volle Durchsicht der dahinter sitzenden Gottesdienstbesucher zum Altar zulässt, jedoch auch einen stolzen Preis hat. 70000 Euro würde der „Glaskasten“ kosten. Über die Renovierung hinaus Kosten verursachen wird auch das Dach der Kirche. Nachdem dort tonnenweise Schutt abgetragen wurde, hat ein Gutachter die Konstruktion unter die Lupe genommen „Der Zustand ist zwar nicht so schlecht wie anfangs von den Fachleuten befürchtet, aber es muss auf jeden Fall etwas gemacht werden“, sagt Stapper mit Blick auf die nächste Baustelle.

Das neue Gesicht „seiner“ Kirche gefällt ihm gut. Nach der Renovierung strahle sie wieder die typische Schlichtheit der Romanik aus. Die Kapitelle sind nun in einem warmen Rot und Gold abgesetzt, die Schattenfugen in schwarz. Den Tabernakel, der zuvor bunt bemalt war, haben die Restauratoren sandsteinfarben gestaltet.

Mehr Platz gibt es für den Kreuzweg im nördlichen Seitenschiff. Dort wurde ein Beichtstuhl abgebaut. „Es wird ja nicht mehr so viel gebeichtet“, sagt Stapper mit einem Augenzwinkern. Den Gemeindemitgliedern stehen jedoch weiterhin ein Beichtstuhl und die Beichtkapelle zur Verfügung. Entfernt wurden auch die Opferstöcke. Sie würden nicht mehr benötigt, so Stapper. Besucher können weiterhin in der Marienkapelle spenden, wenn sie dort die Opferlichter erwerben. 400 dieser Kerzen entzünden die Metelener jede Woche.

Pastor Stapper hofft auch weiterhin auf die Spendenfreudigkeit der Gemeindemitglieder. 48000 Euro sind bereits für die Renovierung zusammen gekommen. 58000 Euro müssen es bis Ende des Jahres sein.

VON LINDA BRAUNSCHWEIG, OCHTRUP / METELEN

09 · 03 · 10



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