Flucht endet nach drei Tagen

Der elf Monate alte Luchs war am Sonntag über den Zaun des Geheges geklettert. Er hielt sich vermutlich während der gesamten Zeit der Flucht im Abenteuerzoo auf.
Der elf Monate alte Luchs war am Sonntag über den Zaun des Geheges geklettert. Er hielt sich vermutlich während der gesamten Zeit der Flucht im Abenteuerzoo auf.


Metelen - Mit einem gezielten Schuss aus einem Betäubungsgewehr endete am Mittwochmorgen der dreitägige Ausflug eines jungen Luchses im Abenteuerzoo Metelen. Der elf Monate alte Kater war am Sonntag über den Zaun des Geheges entwischt, das er mit seinem Zwillingsbruder und seinen Eltern teilt. „Wie er das geschafft hat, weiß ich auch nicht“, sagte Peter van den Brand, Chef des Abenteuerzoos gestern. Der Zaun sei viereinhalb Meter hoch und mit einem Stachel- und einem Stromdraht ausgestattet.

Direkt nach dem Ausbruch hatten Tierpfleger versucht, die Raubkatze mittels eines Betäubungspfeils wieder einzufangen. Doch die Spritze blieb nicht in der Haut stecken, sondern fiel wieder heraus. Das Tier, dem die Pfleger den Namen „Aragon“ gegeben haben, erschreckte sich und floh auf die andere Seite des Tierparks. Trotz intensiver Suche fanden die Mitarbeiter den Kater an den darauffolgenden Tagen nicht. Seine Tarnfarbe sorgte dafür, dass er im Unterholz nicht auffiel.


„Wir haben das Veterinäramt und die Jäger informiert“, sagte van den Brand. Er und sein Team seien sicher gewesen, dass sich der Luchs im Park aufhielt. Deshalb habe man nicht die Öffentlichkeit informiert. „Wir wollten nicht unnötig Angst schüren“, erklärt van den Brand. Auch, weil es sich bei „Aragon“ um ein Jungtier handelt. Ausgewachsene Luchse erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 70 Zentimetern. In der freien Wildbahn gibt es die Tiere in Deutschland beispielsweise noch in den Alpen und im Harz. Jagd machen sie dort vor allem auf Rehe und Hasen.

Am Mittwochmorgen zog es den Kater dann offensichtlich zurück zu seiner Familie. Er legte sich vor das Gehege. Dort fand Tierpflegerin Nora Peiker ihn und setzte erneut das Betäubungsgewehr an. Dieses Mal saß der Schuss. Zur Sicherheit erhielt der Luchs eine zusätzliche Betäubung. Dann wurde er zurück ins Gehege gebracht.

Dessen Zaun ist nun um eine Barrikade reicher. Ein Maschendrahtzaun ergänzt das System, so dass die Tiere, sollten sie den Zaun hochklettern, zurückfallen. „Vielleicht wollte er ja auch einfach nur zeigen, dass er gerne hier bleiben möchte“, sagte van den Brand mit einem Augenzwinkern. Die beiden jungen Luchse sollen nämlich demnächst in einen österreichischen Tierpark umziehen, da die drei männlichen Tiere nicht dauerhaft zusammen gehalten werden können.

VON LINDA BRAUNSCHWEIG, OCHTRUP / METELEN

12 · 03 · 10



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