Zufrieden trotz störrischer Requisite


Reinhard Brahm, Angelika Schlegel, Angelika Pier und Herbert Lösing (v.l.) haben sich lange auf die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten vorbereitet.Foto:
Reinhard Brahm, Angelika Schlegel, Angelika Pier und Herbert Lösing (v.l.) haben sich lange auf die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten vorbereitet.Foto:
(Mareike Katerkamp)


Metelen - Der Esel hat sich einen Entschluss gefasst: „Ich werde Bremer Stadtmusikant“, tönt er, als er die Stellenanzeigen in der Tageszeitung durchgeht. Denn nur um ein Haar ist er seinem Müller entkommen, der ihm „an den Kragen wollte“, wie das graue Tier erzählt. Begleiter für seine Reise hat der Esel schnell gefunden. Einen geflüchteten Hund, eine Katze, der die scharfen Zähne zur Mausejagd ausgefallen sind, und einen Hahn, der von seiner Herrin bereits für den Kochtopf bestimmt war. Alle sind sie auf der Flucht. Und haben nur eines bei sich. Ein Akkordeon, eine Rassel, eine Trommel und eine selbstklingenden Dose.

Die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten ist den meisten der 30 Zuschauern am Donnerstagabend im Bürgerhaus bestens bekannt - aber das Schauspiel der Metelener Gruppe „Tungenslag“ lassen sie sich trotzdem nicht entgehen. Der elfjährigen Doreen Averbeck und ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Clara gefällt eines besonders: „Die Kostüme sind toll“, so die Geschwister. Mit Hahnenkamm, Schlappohren, Hundeschnauze und Schnurrhaaren schlüpfen die Laien-Schauspieler Herbert Lösing, Angelika Schlegel, Angelika Pier und Reinhard Brahm in die Rollen der Stadtmusikanten und begeistern das Publikum. Egal, ob als Räuber im Wald oder als musizierendes tierisches Quartett - beides verkörpert die Gruppe gekonnt. Lediglich der Bart von Angelika Schlegel als Räuberin will während des 30-minütigen Auftritts einfach nicht gehorchen. Doch die Schauspielerin, die am Donnerstagabend zum ersten Mal auf der Bühne steht, nimmt es mit Humor. „Wenn einem so langsam der Bart abfällt, obwohl er doch erst vor einem Tag gekauft wurde, ist das natürlich ärgerlich“, so Schlegel.


Reinhard Brahm hat ebenfalls die Lacher auf seiner Seite, als er statt seines Räubertuches aus Versehen mit dem Hahnenkamm auf dem Kopf im Wald ums Lagerfeuer sitzt. „Im Eifer des Gefechts habe ich auch gar nicht gemerkt, als die anderen gesagt haben „Tu das Teil ab!“, meint Brahm nach der Aufführung grinsend. Er zeigt sich am Ende sehr zufrieden. „Wir sind wirklich noch positiv überrascht worden. Erst hatten wir schon die Befürchtung, es kommen viel weniger“, erzählt er erleichtert.

Zwei Mütter wenden sich nach dem Stück sogar direkt an das Mitglied von „Tungenslag“ und sparen nicht mit Lob. „Sie haben uns sogar geraten, auch mal in Kindergärten aufzutreten“, so Brahm. Der letzte Auftritt war es am Donnerstag für das tierische Team in jedem Fall nicht. Brahm: „Wir haben bereits Kontakt nach Münster aufgebaut und dort zwei weitere Möglichkeiten, noch einmal auf der Bühne zu stehen. Denn uns hat´s wirklich Spaß gemacht.“



20 · 08 · 10





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