Bei den Kleingärtnern zählt die Erfahrung


Prämiert für die schönsten Gärten der Kleingartenanlage Lütkefeld (v.l.): Rudolf Höscher (Platz zwei), Ingrid Hoffmann (Platz eins), Christel Wedmann (Platz drei) und Helmut Woestmann (Platz fünf). Es fehlt Maria Pöpping (Platz vier).Foto:
Prämiert für die schönsten Gärten der Kleingartenanlage Lütkefeld (v.l.): Rudolf Höscher (Platz zwei), Ingrid Hoffmann (Platz eins), Christel Wedmann (Platz drei) und Helmut Woestmann (Platz fünf). Es fehlt Maria Pöpping (Platz vier).Foto:
(Dinkhoff)


Metelen - In der rechten Hand ein großer Pokal, im Gesicht ein Lächeln, das wie eingemeißelt wirkt - Ingrid Hoffmann hat es wieder einmal geschafft: Bereits zum vierten Mal hat die Jury des Kleingärtner-Bezirksverbandes Emsdetten ihren Garten zur schönsten Grün-Oase der Kleingartenanlage Lütkefeld in Metelen erklärt. „Und das trotz der wirklich harten Konkurrenz“, strahlt die 60-Jährige am Samstag bei der Preisverleihung. Tatsächlich: Rudolf Höscher, Christel Wedmann, Maria Pöpping und Helmut Woestmann landeten nur knapp hinter der Siegerin auf den Plätzen zwei bis fünf.

Wie immer waren die Wertungskriterien der Jury alles andere als anspruchslos: Auf das Vorhandensein von Nutzpflanzen zu einem Anteil von mindestens 33 Prozent wurde genauso geachtet, wie auf den Blütenreichtum, die Installation von Insektenhotels oder die Vielfalt verschiedenster Dekorationselemente. Am Ende der umfangreichen Begutachtungen stand dann fest: Nirgends ist es schöner, als auf der gut 500 Quadratmeter großen Parzelle von Ingrid Hoffmann. Ein Umstand, den auch die Zweitplatzierte und Vorsitzende des Kleingärtnervereins, Christel Wedmann, neidlos anerkennt: „Die gesamte Aufmachung des Gartens ist einfach sehr schön. Ingrid hat da ein Händchen für.“


Eine Gabe, die sich Ingrid Hoffmann mit den Jahren hart erarbeitet hat: „Als ich vor 20 Jahren angefangen habe, hatte ich kaum Ahnung vom Gartenbau“, verrät sie. Alles, was heute ihren Kleingarten ausmache, basiere auf akribisch gesammelten Erfahrungswerten.

Und auf Hingabe. So sehr das Fachwissen der Hobby-Gärtnerin auch zugute kommen mag - Ingrid Hoffmanns eigentlicher Schlüssel zum Erfolg ist die Leidenschaft, mit der sie sich Tag für Tag ihrem Garten widmet. Wo andere noch missmutig vor einem Meer aus Unkraut stehen, hockt Hoffmann bereits fröhlich zwischen Brombeere und Weinstock, um Brennnessel und Knöterich den Garaus zu machen. „Gehört eben dazu“, lacht sie. Und Spaß mache es obendrein.

Hoffmann weiß, dass sie in der 26 Parzellen umfassenden Kleingartenfamilie mit dieser Einstellung nicht alleine dasteht. Trotzdem zählt sie zu den erfolgreichsten Kleingärtnern im Lütkefeld. Vor wenigen Jahren wurde ihr Garten sogar zum schönsten im gesamten Verband erklärt. „Vielleicht“, sinniert sie, „liegt es daran, dass ich meinen Garten nie nach dem Schema F anlege. Ich lasse mich einfach treiben, mische sehr viele Elemente miteinander.“

Ans Aufhören hat die 60-Jährige noch nie gedacht. „Solange ich das körperlich machen kann, behalte ich meinen Garten“, stellt sie unmissverständlich klar. Sie kann einfach nicht anders. Besonders im Frühjahr, dann, wenn die Sonne die ersten Blüten hervorkitzelt, überkommt sie es einfach. „Wenn ich sehe, wie alles wächst und gedeiht, bekomme ich so unglaublich viel Lust, dass ich jede Minute hier verbringen könnte“, schwärmt Hoffmann.

Deshalb ist es nur folgerichtig, dass sie auch im kommenden Jahr wieder angreifen möchte: „Wenn man den Wanderpokal für den schönsten Garten dreimal in Folge gewinnt, darf man ihn behalten.“ Es wäre der zweite. Einer bewohnt bereits die Vitrine im Wohnzimmer.



22 · 08 · 10





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