Es rumort im Kirchen-Gebälk


Das Dach der Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus stammt aus dem 19. Jahrhundert. Rund 100 Jahre lang wurde daran nichts gemacht. Im Zuge der Reinigung entdeckten Experten vor wenigen Monaten Schädlingsbefall. Fotos:
Das Dach der Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus stammt aus dem 19. Jahrhundert. Rund 100 Jahre lang wurde daran nichts gemacht. Im Zuge der Reinigung entdeckten Experten vor wenigen Monaten Schädlingsbefall. Fotos:
(Linda Braunschweig)


Metelen - Da ist der Wurm drin: Das Dach der Kirche Ss. Cornelius und Cyprianus ist nach der Innensanierung die nächste Baustelle, die auf die Pfarrgemeinde zukommt. Hausschwamm und Hausbock setzen vor allem den beiden Nebenschiffen zu. In seiner jetzigen Form besteht das Dach bereits seit 100 Jahren. In dieser Zeit ist dort wenig gemacht worden. Erst während der Innenraumsanierung hatten Mitarbeiter einer Dachdeckerfirma tonnenweise Schutt und Staub von der großen Dachfläche geräumt. Dabei waren auch die Fußpfette freigelegte worden, die am unteren Ende der Sparren liegen. Dort hatte ein Experte Anfang des Jahres nach dem Rechten gesehen und war zunächst von massiven Schäden ausgegangen. Inzwischen ist klar, dass es sich nicht ganz so schlimm gestaltet, wie damals angenommen. „Ursprünglich hieß es, der gesamte Dachstuhl sei befallen. Das wäre in die Millionen gegangen“, sagt Pastor Thomas Stapper.

Inzwischen ist klar, dass nur einzelne Balken ausgetauscht werden müssen und kein akuter Handlungsbedarf besteht. „Das ist nicht erschreckend und in den Griff zu kriegen“, heißt es dazu aus dem Generalvikariat des Bistums Münster, das die Sanierungsarbeiten nach bisherigem Stand größtenteils übernimmt.


Zu den Kosten kann das Generalvikariat bislang keine Auskunft geben, da zurzeit noch die Gutachten sowie die Angebote der vier Gewerke geprüft werden. Eine sechsstellige Summe steht im Raum. „Wir müssen was machen, aber in welcher Größenordnung ist noch nicht klar. Es ist keine Gefahr im Verzug, dass das Dach zusammenbricht“, heißt es aus dem Generalvikariat.

Beim Hausbock handelt es sich um eine Käferart, die ihre Larven im Holz ablegt. Diese fressen sich dann durch die Balken. Die Käfer bevorzugen feuchtes Raumklima, weshalb das Hauptschiff weniger befallen ist. Dieses ist besser belüftet als die Nebenschiffe. Der Befall wird häufig erst spät wahrgenommen, weil die Larven die oberste Holzschicht unberührt lassen und sich nur durch Fressgeräusche und kleine Löcher bemerkbar machen. Der Hausschwamm bevorzugt ebenfalls ein feuchtes Klima. Dabei handelt es sich um einen holzzerstörenden Pilz, der an der Oberfläche wächst. Für eine Sanierung müssen Mauerwerk und Holzkonstruktion trocken gelegt werden. Laut Generalvikariat sind für den Dachstuhl sowohl „chemische als auch thermische“ Sanierungsarbeiten angedacht.

Über das weitere Vorgehen berät der Kirchenvorstand am 1. September (Mittwoch). Bis dahin sollen Gutachten und Angebote von einem Architekten geprüft sein, und der Kirchenvorstand kann die Aufträge vergeben. Ob die Sanierung noch in diesem Jahr startet, ist derzeit jedoch unklar. Da keine Dringlichkeit besteht, wollen die Verantwortlichen unter Umständen zunächst den Winter abwarten. Dann könnte es im Mai kommenden Jahres losgehen. Eventuell starten erste Arbeiten aber bereits im Oktober.

VON LINDA BRAUNSCHWEIG, OCHTRUP / METELEN


25 · 08 · 10





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