Dickes Lob für die Helfer


Sandsäcke einsammeln: Was am Freitag vor dem Wasser schützte, musste am Samstag wieder entsorgt werden. Fotos (2):
Sandsäcke einsammeln: Was am Freitag vor dem Wasser schützte, musste am Samstag wieder entsorgt werden. Fotos (2):
(Mareike Katerkamp)


Metelen - „Land unter“ hieß es noch vor einem Tag in vielen Teilen von Metelen. Nach dem Übertritt der Vechte in der Nacht zum Freitag hatten die Einsatzkräfte von der Feuerwehr und dem DLRG keine freie Minute. Doch bereits am Samstagmorgen ist in der Mimik von Ansgar Stening, Einsatzleiter der Feuerwehr aus Metelen, Erleichterung zu erkennen. „Wir hatten eine erholsame Nacht“, so Stening. Und das nicht nur, weil die befürchteten Regenschauer größtenteils ausgeblieben sind, sondern auch, weil Einsatzkräfte aus Detmold und Bielefeld den Feuerwehrmännern aus Metelen ein paar Stunden Schlaf bescherten. Für zwölf Stunden übernahmen sie Freitagnacht den Dienst der heimischen Wehr. Doch ab acht Uhr am Samstagmorgen müssen dann wieder die Männer aus Metelen ran. Die Vechte ist um etwa zwei Meter zurück in ihr Bett gegangen und die Aufräumaktionen können beginnen. Letzte Bäume werden beseitigt und noch einige Keller ausgepumpt.

Doch die meisten Einsatzkräfte sind mit etwas anderem beschäftigt: Sie beginnen mit dem Rückbau der gelegten Sandsäcke. Von den 15000 verarbeiteten Säcken sind am vergangenen Tag auch 5000 Stück nach Ochtrup gegangen. Stening: „Die Säcke können problemlos wieder verwendet werden. Aber ich hoffe natürlich, dass wir sie nie mehr brauchen.“


Auch das Wasser in den anliegenden Gärten ist zum größten Teil wieder abgeflossen. Betroffene Keller konnten meist schon am Tag zuvor komplett leer gepumpt werden. „Ich habe wirklich gedacht, das bleibt noch ein paar Tage so stehen“, erzählt Clara Wessels, Anwohnerin vom Vechteufer. Noch am Tag zuvor stand ihr Garten zu einem Drittel voll mit Wasser. „Man konnte richtig sehen, wie das Wasser langsam anstieg und irgendwann durch unsere Hecke schimmerte. Dann ist alles ganz schnell gegangen“, schildert sie ihre Erfahrungen. Der Keller der Familie Wessels ist zwar zum größten Teil verschont geblieben, doch das war nicht überall so. „Bei einem Nachbar stand das Wasser im Keller bis zur Brusthöhe. Die Pumpen liefen wie verrückt, doch es wurde nicht weniger“, berichtet Clara Wessels. Geschlafen haben sie und ihre Familie in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gar nicht. Wessels: „Manche haben Säcke abgefüllt, die anderen haben sie dann von den Containern abgeholt. Jeder Nachbar hat direkt eine Schubkarre geholt.“ Besonders den vielen Helfern von der Feuerwehr und dem DLRG spricht sie anerkennende Worte aus. „Die Zusammenarbeit zwischen ihnen lief einfach super. Wir haben von allen Seiten Hilfe bekommen und es war nicht einer dabei, der schlecht zufrieden war“, lobt die Anwohnerin. Zwar wünscht sie sich in keinem Fall wieder eine derartige Überschwemmung, aber eines ist ihr am vergangenen Tag klar geworden. „Man weiß nun, dass man sich bei solchen Situationen wirklich auf alle verlassen kann und keine Angst haben muss“, betont Clara Wessels.



29 · 08 · 10





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