Feuerwehr schickt keine Rechnung


Fleißige Helfer gab es am Freitag jede Menge. Ein Großteil des Einsatzes wird vom Kreis bezahlt. Aber auch auf die Gemeinde kommen einige Kosten zu.Foto:
Fleißige Helfer gab es am Freitag jede Menge. Ein Großteil des Einsatzes wird vom Kreis bezahlt. Aber auch auf die Gemeinde kommen einige Kosten zu.Foto:
(Mareike Katerkamp)


Metelen - Mit 200 Kräften waren Feuerwehr, DLRG, Malteser und DRK am Wochenende im Einsatz, um den Fluten der Vechte Herr zu werden. Im Akkord schleppten sie Sandsäcke und errichteten Dämme. Manche gingen dabei bis an ihre Grenzen - ein Feuerwehrmann erlitt einen Schwächeanfall, ein anderer verletzte sich an der Hand. Aber durch diesen Einsatz haben die Helfer es geschafft: Die Dämme hielten, der Ortskern blieb verschont.

Was zurückbleibt, sind tausende Sandsäcke - und einige Kosten. Denn der Einsatz der Helfer muss bezahlt werden. Den größten Teil übernimmt der Kreis Steinfurt. Weil eine „Großschadenslage“ bestand, sei die Kostensituation klar geregelt, erklärte gestern Bürgermeister Helmut Brüning. Er hatte sich seit Donnerstag mehrfach ein Bild vor Ort gemacht und ist überzeugt: „Die Feuerwehr hat hervorragende Arbeit geleistet. Zwar gab es viel Unterstützung von der Bezirksregierung und vom Kreis, aber die Arbeit musste vor Ort gemacht werden.“ Das ruhige und sachliche Wirken der Helfer lobte der Bürgermeister ebenso wie das Verhalten der Metelener. „Wenn eine ganze Siedlung davon bedroht ist, unterzugehen, dann muss der einzelne Keller eben hinten anstehen“, so Brüning. Der Verwaltungschef war ebenfalls von dem Starkregen betroffen und musste seinen Keller vom Wasser befreien. Wie viele andere griff er dazu selbst zur Pumpe.


„Viele haben sich selbst geholfen“, weiß auch Gemeindebrandinspektor Norbert Beuting. Dennoch: 30 bis 40 Keller, so schätzt er, haben die Helfer leergepumpt. Auch bei diesen Einsätzen greift die Großschadenslage. „Die Hausbesitzer müssen nicht befürchten, dass da eine Rechnung kommt“, so Beuting. Das wäre nur dann der Fall, wenn jemand außerhalb eines Einsatzes die Feuerwehr ruft.

Für einige Dinge, die nicht unmittelbar mit dem Einsatz zu tun haben, werden die Rechnungen dennoch ins Rathaus flattern. Dazu zählen unter anderem die Kosten für die Verpflegung der Hilfsmannschaften. Hinzu kommen einige Material- und Reparaturkosten. „Es gibt ein paar kleinere Schäden an den Feuerwehrautos“, erklärt Brüning. In einer Abschlussbesprechung sei am Samstag entschieden worden, zunächst alles aufzurechnen. „Während des Einsatzes denkt da niemand drüber nach“, so Brüning. Insgesamt freue er sich, dass die Gemeinde relativ glimpflich davon gekommen sei. „Es fehlten nur wenige Zentimeter.“

Noch nicht geklärt ist, wie mit den Sandsäcken verfahren wird, die an der Schwimmhalle lagern. „Es gibt Überlegungen, sie den Bürgern anzubieten, damit sie sich für die Zukunft rüsten können“, kündigt Brüning an. Was weitere Vorkehrungen für erneute Wassermassen angehe, müsse man über eine Ausweitung der Hochwasserlinie nachdenken. „Wir stehen seit einem halben Jahr mit der Bezirksregierung in einem Verfahren zur Neuregelung. Inzwischen haben die Tatsachen die Planungsphase aber längst überholt. Jetzt muss man darüber nachdenken, die Linien auszuweiten“, so Brüning.

Viel zu tun gibt es in diesen Tagen für die Versicherungsbüros in Metelen. Wer jedoch keine Elementarversicherung besitzt, hat jetzt das Nachsehen. Diese Versicherung, mit der Hausrat- oder der Gebäudeversicherung gekoppelt, schützt dann auch vor Naturgewalten. Ansonsten sind lediglich Schäden durch Strom, Leitungswasser oder Feuer abgedeckt, informiert die Provinzial-Versicherung. Die Elementarschadendeckung gibt es erst seit einigen Jahren. Sie wurde aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels mit immer heftigeren Regenfällen und Stürmen auf den Markt gebracht. Wer über die Versicherung verfügt, muss sich in der jeweiligen Geschäftsstelle melden. Die Mitarbeiter machen sich vor Ort ein Bild und kümmern sich um die finanzielle Entschädigung.

VON LINDA BRAUNSCHWEIG, OCHTRUP / METELEN


30 · 08 · 10





TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
OCHTRUP PANORAMEN
MÜNSTERLAND


© Tageblatt für den Kreis Steinfurt - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette