Sie brauchen mehr Bass


Hähne im Korb: Bernhard Dörnhoff, Jan Vreman und Udo Nobis (v.l.) zwischen den Sängerinnen des Chores Cantemus. Die Gruppe sucht Männer, die Freude am Singen haben.Foto:
Hähne im Korb: Bernhard Dörnhoff, Jan Vreman und Udo Nobis (v.l.) zwischen den Sängerinnen des Chores Cantemus. Die Gruppe sucht Männer, die Freude am Singen haben.Foto:
(Linda Braunschweig)


Metelen - Ein gleichmäßiges Summen erfüllt den Raum in der Oase. Was wie ein Bienenschwarm im Anflug klingt, ist jedoch weitaus harmloser: Die Mitglieder des Chores Cantemus machen ihre Aufwärmübungen. Tiefes Summen in der Mehrzahl fehlt allerdings: Im Chor herrscht Männermangel. Einzig Bernhard Dörnhoff verstärkt die Damenriege um Chorleiter, Küster und Organist Udo Nobis zuverlässig. Er war bisher der Hahn im Korb unter 37 Sängerinnen.

An diesem Tag ist Jan Vreman erstmals zu der musikalischen Gruppe gestoßen - und erhält in der großen Runde prompt Applaus. Keine Frage, wer sich als männlicher Sänger in die Frauenrunde traut, erhält jede Menge weibliche Aufmerksamkeit.


Wem das noch nicht Ansporn genug ist, den lockt vielleicht das Programm aus der Reserve: Kirchliche wie weltliche Musik pickt Chorleiter Nobis für die Sänger heraus. Dabei arbeitet der Chor, der im Jahr 2006 aus einem Projekt heraus entstand, durchaus professionell: Sopran, Tenor, Alt und Bass - alles muss sitzen. Dabei übernahm Bernhard Dörnhoff letzteres bisher nicht selten alleine. Gestört hat er sich daran nicht: „Im Chor zu singen ist Entspannung für mich. Man steht musikalisch nicht alleine dar. Das würde mir echt fehlen“, sagt der Metelener.

Auch wenn ihn seine Position als einziger Sänger in der Runde nicht stört, „dem Bass fehlt es doch etwas an Fülle“, wünscht auch Dörnhoff sich Verstärkung. Er singt gleichzeitig im Kirchenchor Cäcilia. Dort gibt es zwar mehr Männer, die Frauen sind aber dennoch in der Überzahl. Woran liegt´s? „Tja, vielleicht sind die Männer eher woanders eingebunden, im Schützenverein oder so“, mutmaßt Dörnhoff.

Udo Nobis weiß, dass der Mangel an männlichen Sängern bereits im Kinder- und Teeniechor beginnt. „In unserer Kultur ist Singen ja ganz abhanden gekommen. Das klischeehafte Rollenverhalten trägt auch dazu bei. Jungen spielen eben eher Fußball“, so Nobis. „Männer genieren sich vielleicht mehr“, meint auch Bernhard Dörnhoff und macht noch etwas Werbung: „Wir haben wirklich ein tolles Programm.“

Ein wenig aus sich heraus gehen können müssen die Sänger in der Tat. Die Laute und Lippenbewegungen beim Einsingen und die Erklärungen von Udo Nobis dazu lassen den ein oder anderen schmunzeln. Danach wird´s aber ernst: Konzentration ist gefragt. Und dann summt es auch nicht mehr in der Oase, sondern der Chor jubiliert beim „Halleluja“.

» Wer Interesse am Singen im Chor hat, kann sich jeweils donnerstags nach der Abendmesse, gegen 20.15 Uhr, zur Probe in der Oase einfinden. Zudem erteilen Carmen Becking (Telefon 02556/228488) und Ina van Goer (Telefon 02556/1490) weitere Informationen.

VON LINDA BRAUNSCHWEIG, OCHTRUP / METELEN


01 · 09 · 10





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