Metelen - Die Vorsitzende der Kulturinitiative Metelen (KIM), Gesine Weritz, schaute entspannt in die Runde. Nicht nur Frauen, auch eine stattliche Anzahl an Männern war am Donnerstagabend zur ersten KIM-Lesung des Jahres gekommen. Im Fokus stand die Malerin Paula Modersohn-Becker.
Die Kunsthistorikerin Elvira Meisel-Kemper rezitierte verschiedene Textstellen aus der Modersohn-Becker-Biografie von Kerstin Decker, die im Jahr 2007 zum 100. Todestag der Malerin erschienen war. Allein die Titelseite des Buches ist verblüffend: Sie zeigt eine Frau mit einem gewölbten Bauch, unbekleidet bis auf eine Bernsteinkette. „Es ist ein Selbstporträt der Malerin. Mit diesem Akt hat sie ihre Seele gemalt. Eine sich selbst Befruchtende, hüllenlos im eigenen Rausch“, interpretierte Meisel-Kemper. Mit dem Werk habe Modersohn-Becker unbewusst eine Bildrevolution ausgelöst, denn es handle sich dabei um den ersten weibliche Selbstakt.