LED-Laternen: Prototyp hat sich bewährt


Stadtwerke-Monteur Hermann Lücker hat die 30 LED-Leuchten an der Schützenstraße in acht Metern Höhe angebracht. Die Umrüstung dauert 15 Minuten. Fotos:
Stadtwerke-Monteur Hermann Lücker hat die 30 LED-Leuchten an der Schützenstraße in acht Metern Höhe angebracht. Die Umrüstung dauert 15 Minuten. Fotos:
(Linda Braunschweig)


Ochtrup - Sie verbrauchen 70 Prozent weniger Energie, halten wesentlich länger und sind heller als die alten Straßenlampen: die 30 neuen LED-Leuchten an der Schützenstraße. Seit Ende Oktober sind die von der Ochtruper Firma ERO-Lichttechnik entwickelten Leuchtsätze im Einsatz. Zuvor hatten die Stadtwerke einen Prototypen ein Jahr lang am Krummen Weg getestet. „Es ist dort keine Veränderung zu erkennen, trotz der verschiedenen Temperaturen in Sommer und Winter und einigen Stürmen“, erläutert Stadtwerke-Chef Robert Ohlemüller. Die neue Technik hat sich bewährt - und kommt gut an: „Wir wurden jetzt schon mehrfach darauf angesprochen, dass die Lampen heller sind“, sagt Ohlemüller.

Inzwischen leuchtet an der Schützenstraße bereits die dritte Generation der LED-Technik aus dem Hause Rolofs. Der Einsatz von Kühlkörperplatten sorgt bei der neuesten Entwicklung dafür, dass die LED-Lämpchen nicht heiß laufen. 54000 Stunden sollen sie nun halten. Das verkündet auch eine eigens angefertigte Banderole an den Laternen: „Alles auf grün“ ist dort zu lesen, zusammen mit den Daten der alten und neuen Lampen für den direkten Vergleich.


Was die Umrüstsätze kosten - damit will weder Ohlemüller noch Entwickler und ERO-Seniorchef Ernst Rolofs so richtig raus. Nur so viel: Würden alle 2500 Lichtpunkte Ochtrups - also alle großen und kleinen Kofferleuchten, die Kugellampen und die Pilzleuchten - jetzt sofort neu ausgestattet, wäre ein siebenstelliger Betrag zu zahlen. Nach Informationen unserer Zeitung kosten die Sätze 450 Euro pro Stück. Für die Schützenstraße haben sich die Stadtwerke und die ERO GmbH die Kosten geteilt. „Bei dem derzeitigen Preis dauert es 20 Jahre, bis sich die Leuchten amortisieren“, erklärt Ohlemüller. Er geht aber davon aus, dass die Lampensätze in der Massenproduktion günstiger werden. Die könnte es bald im Hause Rolofs geben: Die Firma hat beim Patentamt ein Gebrauchsmuster angemeldet und feilt derzeit daran, auch für die Pilzleuchten einen Prototypen zu entwickeln.

„In zehn Jahren“, schätzt Ohlemüller, „gibt es in ganz Ochtrup LED-Leuchten. Das hier ist der Einstieg. Wir werden das fortführen.“ Spätestens ab 2015 sind die bisherigen Quecksilberdampflampen ohnehin nicht mehr erlaubt. Eine Alternative muss also auf jeden Fall her. Diese bestehe wegen der geringen Lebensdauer und Helligkeit nicht in Energiesparlampen, wie Stadtwerke-Elektromeister Josef Potthoff erklärt. Diese müssten aufgrund des enthaltenen Quecksilbers zudem als Sondermüll entsorgt werden.

Die Lichtfarbe der neuen Lampen, die zwischen der Firma Schräder und der Einmündung Deipenbrook stehen, ist kaum von der alten zu unterscheiden. Sie ist reinweiß. Lediglich die mit Natrium-Dampf betriebenen Kugelleuchten in der Innenstadt leuchten noch gelblich. Diese werden nicht ersetzt, da das Leuchtmittel auch künftig erlaubt ist und eine Umrüstung kompliziert wäre.

VON LINDA BRAUNSCHWEIG, OCHTRUP / METELEN


02 · 12 · 09





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