Bürgerwerkstatt: Ein Herz, das keins ist


Thomas Büchler, VWO-Vorsitzender, zeichnet auf dem Plan ein, wo es seiner Meinung nach Handlungsbedarf gibt. Die Gruppe schlägt vor, einen größeren Platz östlich der Lambertikirche entstehen zu lassen.Foto:
Thomas Büchler, VWO-Vorsitzender, zeichnet auf dem Plan ein, wo es seiner Meinung nach Handlungsbedarf gibt. Die Gruppe schlägt vor, einen größeren Platz östlich der Lambertikirche entstehen zu lassen.Foto:
(Martin Schlak)


Ochtrup - Es ist das Herz. Aber es schlägt zu leise. Da sind sie sich einig. 15 Ochtruper beugen sich über den Stadtplan. Thomas Büchler, Vorsitzender der Veranstaltungs- und Werbegemeinschaft, umkreist die schmalen Plätze rund um die Lambertikirche. „Der Ort hat als Zentrum Ochtrups Potenzial, aber hier fehlt ein großer Platz für Veranstaltungen“, sagt Dietmar Wülker. Und gemeinsam entsteht der Vorschlag, das Pfarrhaus zu verlagern und östlich der Kirche Raum zu schaffen. Für ein Herz, das schlägt.

Das Ladenlokal an der Weinerstraße war am Samstagnachmittag fast bis auf den letzten Platz gefüllt: Über 65 Ochtruper jeden Alters waren zur Bürgerwerkstatt gekommen, um in vier Kleingruppen Ideen für die Zukunft ihrer Kommune zu entwickeln. Die Vorschläge sind ein weiterer Baustein des Stadtentwicklungskonzepts, das sich mit dem Bereich der Innenstadt bis zum EOC befasst. Dies bildet später die Grundlage, um Fördermittel für Baumaßnahmen zu beantragen.


Anderthalb Stunden diskutieren die Teilnehmer der Gruppe 2 bei der Bürgerwerkstatt. Ihr Gebiet: die Berg- und Bültstraße sowie das obere Ende der Einkaufszone um die Lambertikirche. Frank Schlegelmilch vom Planungsbüro Baumgart und Partner (Bremen), das die Stadt mit der Ausarbeitung des Entwicklungskonzeptes beauftragte, hat den Teilnehmern zuvor den Ablauf erklärt: erst Schwachpunkte dann Stärken des jeweiligen Bereichs aufdecken und schließlich Maßnahmen überlegen.

In Gruppe 2 braucht die Gruppenarbeit keine drei Sekunden Anlaufzeit. Die Ideen sprudeln nur so. „Die Bültstraße ist für Fahrradfahrer vollkommen ungeeignet“, bemängelt eine Och-truperin. „Ich umkurve diesen Bereich immer“, sagt sie. „An der Bültstraße fehlen Querungshilfen“, schreibt Wülker auf einen Stichpunktzettel.

Am Ende präsentiert er vor der gesamten Bürgerwerkstatt Dutzende Ideen seiner Gruppe. „Die Bültstraße sollte gepflastert werden und Parkbuchten erhalten“, schlägt er vor. Das würde auch Auswärtige reizen, hier anzuhalten. „Bis jetzt fährt man doch als Autofahrer an dieser Stelle vorbei, ohne auf den Gedanken zu kommen, dass sich hier ein Zwischenstopp lohnt.“

Ein größerer, umschlossener Platz östlich der Lambertikirche könne das ändern, glaubt die Gruppe. Dafür müsse aber das Pfarrhaus weichen. Es sind visionäre Ideen, die die Gruppe 2 für ein lebendiges Ochtruper Herz entwickelt hat. Genau solche, wie Schlegelmilch sie sucht. „Denken Sie großzügig“, hat er den Teilnehmern vorher gesagt. Sie haben sich dran gehalten. Wissen aber auch genau: Bis jetzt sind es alles noch Ideen. . .



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