MDK prüft Altenheim

Pflege-TÜV vergibt ein „Sehr gut“


Mehr als dokumentieren: Die Pflege alter Menschen hat auch mit menschlicher Nähe und Fürsorge zu tun. Das lässt sich nur schwer in Formularvordrucken darstellen. Fotos:
Mehr als dokumentieren: Die Pflege alter Menschen hat auch mit menschlicher Nähe und Fürsorge zu tun. Das lässt sich nur schwer in Formularvordrucken darstellen. Fotos:
(AP, Anne Eckrodt)


OChtrup - Trotz aller Skepsis gegenüber dem Verfahren - mit dem Ergebnis ist Stephan Antfang sehr zufrieden. Kein Wunder: Besser hätte das Carl-Sonnenschein-Haus kaum abschneiden können. Der Prüfer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) bewertete die Qualität der Pflegeeinrichtung mit der Note 1,2 (sehr gut). Am 7. November 2011 stand er - wie immer unangekündigt - vor der Tür. Jetzt ist der Transparenzbericht dazu an der Parkstraße eingetroffen. Zwei Jahre vorher hatte das Haus mit der Gesamtnote 3,6 deutlich schlechter abgeschnitten.

„Wir haben uns relativ gut auf die Prüfsystematik eingestellt“, erklärt Antfang, der die beiden Ochtruper Altenheime leitet, die deutliche Verbesserung. Dennoch: Das gute Ergebnis wäre nicht zustande gekommen, hätten die Mitarbeiter nicht so mitgezogen. Davon ist Antfang überzeugt. „Sie haben die Transparenzkriterien, die vom MDK geprüft werden, sehr gut umgesetzt und hervorragende Arbeit geleistet. Das ist ein regelrechter Dokumentationswust.“


An dem Punkt setzt auch die Kritik des Heimleiters an. In seinen Augen ist das Verfahren viel zu „dokumentenlastig“ und von den subjektiven Empfindungen der Prüfer abhängig. „Bei all dem ist der Ansatz dahinter eher defizitorientiert“, kritisiert Antfang. Es werde nach Fehlern oder Lücken in der Dokumentation gesucht. Zudem entstehe immenser Druck auf die Pflegekräfte, deren Arbeit öffentlich benotet wird.

Dabei ginge es auch anders. Davon ist Antfang überzeugt: „Wir begrüßen es, dass von außen darauf geschaut wird, was wir machen. Ein beratendes und unterstützendes Prüfverfahren, das stärker partnerschaftlich angelegt ist, halte ich für wesentlich besser und effektiver.“ Auf diese Weise ließe sich deutlich machen, was gut ist und wo es Verbesserungspotenziale gibt. Es gibt bereits ein solches alternatives System, entwickelt von Professor Klaus Wingenfeld im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums. „Dabei wird beobachtet, wie sich der Pflegezustand des Bewohners im Laufe der Zeit verändert - soweit dieses auch von den Mitarbeitern beeinflusst werden kann“, berichtet Antfang. Auf diese Weise würden alle Bewohner einbezogen. Eine zufällige Stichprobe - wie am 7. November - wäre dann passé.

 

VON ANNE ECKRODT, OCHTRUP


01 · 02 · 12



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