Wo der Karneval schon Tradition ist

Über 12000 Jecken feiern Ochtruper Rosenmontagszug


Diese bunte Truppe hat sich bestimmt nicht geärgert: Der Schützenverein Niederesch belegte mit seinem Wagen zum Thema „Mensch ärgere dich nicht“ den zweiten Platz. Foto:
Diese bunte Truppe hat sich bestimmt nicht geärgert: Der Schützenverein Niederesch belegte mit seinem Wagen zum Thema „Mensch ärgere dich nicht“ den zweiten Platz. Foto:
(Frauke Schulte-Sutrum)


Ochtrup - „Helau!“ - Die beiden kleinen „Teufel“ Julia und Eva frönen ihrem gewohnten Karnevals-Jargon. Auf der Rückkehr von einem Nordseeurlaub haben die zehn- und achtjährigen Düsseldorferinnen gemeinsam mit ihren Eltern einen Zwischenstopp in Ochtrup gemacht, um sich den Rosenmontagszug anzuschauen.

Pünktlich um 14.11 Uhr stehen sie an der Straße und sehen gespannt den vorbeifahrenden Wagen und den Fußgruppen zu. „Uns gefällt es hier richtig gut“, lachen die Schwestern und sammeln die zahlreichen Bonbons und Popcorntüten ein, die von den bunten Karnevalswagen heruntergeworfen werden. Schnell haben die Mädchen auch den einheimischen Karnevals-Ruf herausgefunden und stimmen lauthals in ein kräftiges „Ochtrup Buäh!“ ein.


Neben der rheinischen Familie stehen schon die nächsten Fans des Ochtruper Karnevals: eine Gruppe aus Berlin und Baden-Baden. Die Fünf treffen sich seit Jahren in der ehemaligen Heimatstadt ihres Freundes. „Dieser Rosenmontagsumzug hat fast schon Tradition für uns“, erzählt einer von ihnen.

So strahlen die beiden auswärtigen Gruppen nicht nur mit der Sonne um die Wette, sondern auch mit den Ochtrupern: Löwen und Frösche schunkeln gemeinsam mit Cowboys und Funkenmariechen im Takt der Blaskapellenmusik oder singen fröhlich zu Mickie Krauses „Schatzi, schenk mir ein Foto“. Hier und da hält eine Fußgruppe mit bekannten Gesichtern ein Pläuschchen. Kamelle fliegen um die Wette. Und die kleinsten Besucher machen die größten Augen - sie bekommen von der ausgelassenen Stimmung und den bunten Farben gar nicht genug - selbstverständlich auch nicht von den Süßigkeiten.

Rund drei Stunden ist der Umzug unterwegs und beweist einmal mehr, dass der Karneval sich hier nicht zu verstecken braucht. Vor allem die mit viel Liebe zum Detail gebauten Wagen sowie die selbstgenähten Kostüme lassen das Herz eines jeden Jecken höher schlagen.

Auch nach Ende des Zuges ist bei den Ochtrupern keinesfalls Schicht im Schacht. In kleinen und großen Gruppen wird fröhlich weiter gelacht und gefeiert.



20 · 02 · 12





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