Ochtrup. Gitarren-Klänge, Flamenco-Tänzerinnen und Paella: Eine richtige Fiesta hatten die Radiomacher von WDR 2 im Finale der Aktion „WDR 2 für eine Stadt“ gestern morgen gefordert. Und das, was die Ochtruper innerhalb von fünf Stunden auf den EOC-Parkplatz gezaubert hatten, konnte sich wirklich sehen lassen. Fünf Punkte erhielt Ochtrup bei dem Städte-Wettbewerb deshalb schon mal für die Organisation des Festes. Die anderen zehn bis zur Höchstpunktzahl sollte Bürgermeister Franz-Josef Melis holen.
„Wir wollen eine Fiesta und keine Siesta, also einen echten Stier und keine Ochsenschwanzsuppe“, hatte Moderatorin Steffi Neu um 10.10 Uhr vor rund 500 Ochtruper - hauptsächlich Schülern - gefordert. Kurz darauf glühten im Saal des Café Laurenz die Handys. Das Kampagneteam um den Ersten Beigeordneten Kai Uffelmann konnte auf zahlreiche Helfer setzen, darunter viele Mitglieder des Freundeskreises Valverde. Den guten Beziehungen Ochtrups zu Spanien hatte die Stadt die Aufgabe auch zu verdanken. Die spanischen Freunde hatten sich fleißig an der Internetabstimmung für die Aktion beteiligt; so war der WDR auf die Verbindung ins sonnige Valverde aufmerksam geworden und hatte sich wohl überlegt, dass ein bisschen südländisches Temperament der Töpferstadt im grauen Frühjahr ganz gut tun könnte. In einer Live-Schaltung zu Antonio Romero gab Moderatorin Steffi Neu den Vorgaben für die Fiesta dann noch den Feinschliff. Romero zählte auf, was für ein echtes spanisches Fest wichtig ist, die Ochtruper schafften es heran.
Sogar ein echter Stier wartete auf einem Anhänger auf seinen Einsatz. Heiner Möllers, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, hatte extra einen schwarzen Jungbullen ausgesucht. „Der heißt eigentlich Paul, aber heute natürlich Paolo“, sagte „Torrero“ Möllers. Unters Volk mischen durfte sich „Paolo“ allerdings nicht. Das übernahm sein roter Plastikgenosse auf Rädern. Ohnehin hätte der Stier vor lauter spanischen Trachten sicher nicht gewusst, an welchen Torrero er sich halten musste: Kurzerhand hatte Agnes Bode vom Heimatverein dank ihrer guten Beziehungen durch die Trachtengruppe von einem Kostümverleih aus Emsbüren 40 spanische Kostüme besorgt und an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht.
„Natürlich kriegen wir das hin“, hatten Kai Uffelmann und Bürgermeister Franz-Josef Melis direkt im Anschluss an die Aufgabenstellung gesagt und damit bewiesen, dass sie „ihre“ Ochtruper gut kennen. Denn die Ochtruper ließen es an nichts fehlen. Die von Michael Tombült, Elisabeth Fornoff sowie den Köchen im Café Laurenz kredenzte Paella und zahlreiche von Helfern vorbeigebrachte Häppchen sorgten zusammen mit den spanischen Klängen der Big Band des Gymnasiums und der Schulband der Realschule für Urlaubsstimmung. Begeistert gefeiert wurden die Flamenco-Tänzerinnen, die auf einer Bühne ihr Können zeigten. Keine Frage beim nächsten Besuch in Valverde wird es einiges zu erzählen geben.