Wo geht noch was bei der Windkraft?


Der Wind weht vorzüglich zwischen Ems und Bioenergiepark, theoretisch könnten 30 bis 40 Windräder dort gebaut werden (grüne Punkte). Aber es gibt zahlreiche Konflikte mit dem Naturschutz, die die Zahl verringern werden.
Der Wind weht vorzüglich zwischen Ems und Bioenergiepark, theoretisch könnten 30 bis 40 Windräder dort gebaut werden (grüne Punkte). Aber es gibt zahlreiche Konflikte mit dem Naturschutz, die die Zahl verringern werden.
(Grafik: wg / Plan: Gemeinde Saerbeck)


Saerbeck - Im Bioenergiepark (BEP) werden sich voraussichtlich noch in diesem Jahr die Windräder drehen - und weitere sollen in der Nachbarschaft folgen. Dafür hat der Rat am Mittwochabend die Weichen gestellt und die nötige artenschutzrechtliche Prüfung veranlasst. Das Sinninger Feld, aber auch die „Speckzone“ rund um den Bioenergiepark sollen detailliert daraufhin untersucht werden, wie viele Windräder dort gebaut werden könnten.

„Wir haben einen Suchraum von 400 Hektar“, sagte Bürgermeister Wilfried Roos im Rat - Platz für 30 bis 40 Windräder. Unter dem Strich dürften es am Ende aber weniger sein, denn das, was technisch und wirtschaftlich machbar ist, muss gegen mögliche ökologische Bedenken abgewogen werden. Roos: „Diese Zahl wird ganz deutlich reduziert werden. Wir werden um jedes einzelne Rad kämpfen müssen.“


Grundlage der Planung ist ein Windgutachten, das die Firma Enveco im Auftrag des Kreises für 24 Gemeinden aufgestellt hat und das im Rat vorgestellt wurde. Das Gutachten hat ergeben, dass neben Flächen im Sinninger Feld und rund um den Bioenergiepark auch in Westladbergen der Wind gute Erträge versprechen würde. Aber dort macht der Flughafen möglichen Investoren einen Strich durch die Rechnung: Der Himmel über Westladbergen muss für Radar und Funk offen bleiben. Im Westen dagegen könnte sich ein Windpark Sinninger Feld direkt an den bestehenden Windpark in Emsdetten und Veltrup anschließen. „Dort könnte ein großes interkommunales Vorhaben entwickelt werden“, meinte der Enveco-Vertreter.

Neben den Sinninger Bauern, die sich schon seit rund zehn Jahren um die Entwicklung eines Windparks auf ihrem Gelände bemühen, sind jetzt drei weitere Grundeigentümer an einem solchen Vorhaben interessiert, nämlich die Landwirte Ottmann, Beerbaum und Linderskamp. Ursprünglich war die Verwaltung eher zögerlich, wenn es um die Entwicklung der Gebiete nahe am Bioenergiepark ging. Man will sich schließlich nicht den Wind aus den Segeln der eben entstehenden Windräder nehmen lassen. Auf Drängen der CDU sollen nun aber alle von Enveco als gut befundene Flächen, bei denen keine Bedenken wegen des Flughafens bestehen, untersucht werden. Auch der Bürgermeister stimmte zu: „Schließlich gibt es Windgutachter, die das ausrechnen.“

Die Entwicklung neuer Windparks ist möglich geworden, weil sich die gesetzlichen Grundlagen dafür geändert haben. Durfte bisher nur auf Flächen, die im Regionalplan als Windvorranggebiete ausgewiesen waren, gebaut werden, so werden künftig den Gemeinden sehr viel mehr Rechte eingeräumt. Im Laufe des nun anstehenden Verfahrens müssen alle so genannten Träger öffentlicher Belange kontaktiert werden. Eine entscheidende Rolle werden die Naturschutzbehörden spielen. Denn die Fläche zwischen Ems und BEP spielt eine wichtige Rolle als Brut- und Rastplatz für Vögel.

VON MONIKA GERHARZ, GREVEN


02 · 02 · 12





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