Münster - Rund 150 000 Menschen in Deutschland leiden unter Multipler Sklerose (MS), einer chronisch-entzündlichen Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Bei den meisten Betroffenen bricht die Krankheit zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr aus. Währen die MS-Therapie in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, sucht die Medizin weiter intensiv nach einem Biomarker - also Indikator -, mit dem der Verlauf der Krankheit, aber auch die optimale Therapie sowie mögliche Therapie-Gefahren prognostiziert oder erkannt werden können.
Eine neue Einrichtung am Uniklinikum - die Klinik und Poliklinik für Neurologie, Abteilung für Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems und Neuroonkologie - will sich auf die Suche nach Biomarkern für MS, aber auch für andere entzündliche Erkrankungen begeben. Als Voraussetzung für diese klinischen Forschungsansätze ist der Aufbau einer Biobank geplant, um die Aussagekraft solcher Marker im Vergleich zu gesunden Menschen bewerten zu können, betont Klinikdirektor Prof. Dr. Heinz Wiendl. „Eine Biobank ist wie eine große Bibliothek mit Tausenden Informationen, in der Wissenschaftler immer wieder nachschlagen können, um wichtige Daten für ihre Forschung zu gewinnen.“