Campus wächst weiter

Neues Nano-Institut für 40 Millionen Euro nimmt erste Hürde


In der Nachbarschaft des noch im Bau befindlichen Nano-Bioanalytik-Zentrums an der Heisenbergstraße soll die neue Forschungseinrichtung entstehen.Foto:
In der Nachbarschaft des noch im Bau befindlichen Nano-Bioanalytik-Zentrums an der Heisenbergstraße soll die neue Forschungseinrichtung entstehen.Foto:
(Oliver Werner)


Münster - Eigentlich war der Anlass am Freitagmorgen ja schon freudig genug. Aber eine Bemerkung von Universitäts-Rektorin Ursula Nelles in ihrer Rede zur Eröffnung des Erweiterungsgebäudes des Centrums für Nanotechnologie (Centech), sorgte bei den Forschern im Auditorium für beinahe noch größere Freude.

Denn kaum ist das 7,2 Millionen teure Centech II, so der Arbeitstitel fertig, soll der nächste Schlag folgen. Seit Mittwoch dieser Woche sind die Chancen auf einen weiteren, 40 Millionen teuren Forschungsbau für die Nanotechnologen in Münster stark gestiegen.


Der Wissenschaftsrat, der Antragsskizzen für Forschungsbauten und Großgeräte aller deutschen Hochschule beurteilt, hat das Vorhaben „Center for Soft Nano Science“ der Universität Münster positiv bewertet. Hier soll es um die nanotechnologische Forschung an weichen, also organischen Materialien gehen. „Bundesweit wäre das eine einmalige Einrichtung“, sagt Prof. Jürgen Klingauf, Direktor des Instituts für Medizinische Physik und Biophysik der Uni, der bei der Präsentation des Projekts in Berlin dabei war und einer der Autoren der Antragsskizze ist.

Das neue, bedeutende Teil des „Nano-Campus“, der an der Heisenbergstraße in Nachbarschaft zum Technologiehof entsteht, soll seinen Platz in unmittelbarer Nähe des Nano-Bioanalytik-Zentrums (NBZ) bekommen. Das 16 Millionen Euro teure NBZ nimmt voraussichtlich Ende des Jahres den Betrieb auf. Hier werden Unternehmen aus der Nano-Bioanalytik-Branche arbeiten.

Das nun geplante, ausschließlich der Forschung dienende „Center für Soft Nano Science“ stellt von den Kosten her die bisherigen Investitionen für den Ausbau Münsters als Standort der Nanotechnologie in den Schatten. Die Baukosten liegen bei knapp 30 Millionen Euro, die Großgeräte, etwa Spezialmikroskope, die kleinste Moleküle in Zellgewebe sichtbar machen können, werden rund zwölf Millionen Euro kosten, erklärt Jürgen Klingauf. Bund und Land sollen sich die Kosten teilen. In dem 3600 Quadratmeter großen Gebäude sollen Arbeitsplätze für 140 Wissenschaftler entstehen.

Prof. Klaus Niederenk, ehemaliger Rektor der hiesigen Fachhochschule Münster und Mitglied des Wissenschaftsrates, ist bei der Bewertung des Projekts als Münsteraner befangen. Nur so viel: „Der Plan hat die erste, wichtige Hürde genommen“, betont Niederdrenk. Im Laufe des Frühjahres fällt die endgültige Entscheidung. Ab 2013 könnte bereits gebaut werden.

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER


14 · 01 · 12



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