Münster - Wenns einem so richtig gruselig langweilig ist, greife man zu Rossinis fiktivem Opern-Kochbuch, füge ein paar Musiker und ein „gut abgehangenes Theaterstück“ hinzu, werfe grob gehackte Achtelnoten hinein und rühre kräftig um - fertig ist eine faszinierende Kinderoper. Mit überschaubaren Zutaten schnell zubereitet, die Aschenputtel-Geschichte als Grundlage genommen und gewürzt mit Gioacchino Rossinis bunter und wunderschöner Musik zu „La Cenerentola“ kommt „Aschenputtel oder Rossini kocht eine Oper“ als sehr gelungenes Kindermusiktheater daher. Die Autoren Eberhard Streut und Jürgen Weiser haben Rossinis Oper schlicht gekürzt und reduziert, in kindgerechte Portionen gebracht, und heraus kam dieses hübsche bunte Ding für die kleinen und ganz kleinen Opernfreunde.
Bei der gestrigen zweiten Premiere im Kleinen Haus genossen die Zuhörer diesen leckeren „Ohrenschmaus“ ungemein. Eigentlich ist diese Inszenierung nicht neu, denn durch den Theaterbrand im vergangenen Jahr konnte diese Kinderoper erst jetzt im Kleinen Haus auf die Bühne gebracht werden. Licht und Kulissen sind gegenüber der Inszenierung im Haus der Begegnung Albachten, wo es seinerzeit als erste Premiere gezeigt wurde, etwas geändert. Auch kann im Kleinen Haus nun die Tiefe der Bühne miteinbezogen werden.